Schicksalsschläge und der Lauf der Zeitgeschichte haben Gisela A. alles andere als ein leichtes Leben beschert.
Die Jahrzehnte bis zu ihrem Ruhestand waren geprägt von meist schwerer körperlicher Arbeit und der Sorge für die Kinder. Urlaub, Erholung und Freizeit waren Fremdwörter für Gisela A. (Name geändert). Vor 20 Jahren zog sie aus Sachsen in den Alb-Donau-Kreis, wo bereits ihre Tochter eine neue Heimat gefunden hatte. „Damals war ich in ein tiefes psychisches Loch gefallen“, sagt die heute 76-Jährige am Telefon. Ein persönliches Treffen mit ihr ist nicht möglich. Sie gehört zur Hochrisiko-Gruppe, für die eine Ansteckung mit dem Corona-Virus extrem gefährlich wäre. Denn sie leidet unter anderem an der chronischen Lungenkrankheit COPD und meidet daher seit Monaten so gut es geht Kontakte zu anderen Menschen.
Als ihr wegen einer ärztlichen Untersuchung im Krankenhaus 14 Tage Quarantäne verordnet worden waren, sei das keine große Umstellung für sie gewesen. „Ich gehe auch sonst kaum raus“, sagt sie. Seit einiger Zeit ist sie auf einen Rollator angewiesen. Das gehöre „zu den Sachen, die einen niederdrücken“.


Schwere Kisten geschleppt

Das lange Arbeitsleben hat tiefe Spuren bei ihr hinterlassen, physisch wie psychisch. Jahrzehntelang hatte sie in der DDR als Verkäuferin gearbeitet und dabei auch schwere Kisten geschleppt. Ihren Einsatz im Fischhandel hat sie als besonders anstrengend in Erinnerung. Eine Wahl hatte die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern nicht. „Meine Ehe war der reinste Horror gewesen“, sagt sie. Ihr Mann war Alkoholiker und gewalttätig.
1982 ließ sie sich scheiden. Finanzielle Unterstützung wie Unterhalt habe es in der DDR nicht gegeben. Ihre Eltern starben kurz nach der Scheidung, sodass sie auch privat völlig allein dastand.
„Erstmal die Kinder vernünftig großziehen“, lautete ihre Devise. An sich selbst zu denken, das kam da nicht infrage. Für neue Bekanntschaften blieb keine Zeit, außerdem konnte sie sich nach den Erfahrungen in ihrer Ehe keine neue Partnerschaft vorstellen.

Von Sachsen in den Alb-Donau-Kreis

Nach der Wende hatte sie zwar noch einige Zeit ihren Arbeitsplatz sicher, aber als die zweijährige Garantie abgelaufen war, schickte ihr Arbeitgeber sie in Kurzarbeit. Ganze 35 Jahre war sie in ihrer Heimatstadt beschäftigt gewesen und hatte privat einiges durchgestanden, als sie im Alter von 55 Jahren einen Schlussstrich zog und ihre Zelte in Sachsen abbrach. Sie fand eine kleine Wohnung im Alb-Donau-Kreis und einen Job über eine Zeitarbeitsfirma. Zehn Jahre lang schaffte sie bis zur Rente in verschiedenen Betrieben und ganz unterschiedlichen Branchen.
„Es war schon eine gewaltige Umstellung, plötzlich und zum ersten Mal in Großbetrieben zu stehen“, sagt sie. Verdient hat sie wenig, entsprechend niedrig ist das, was ihr jetzt monatlich zur Verfügung steht. Sie ist froh, dass ihre Wohnung nur 41 Quadratmeter groß ist. Doch Miete, Medikamente und andere Fixkosten reißen jeden Monat ein großes Loch ins Budget. „Man muss halt schauen, wie man sich so durchschlägt“, sagt die Rentnerin und fügt hinzu: „Im Leben hatte ich manchmal den Punkt erreicht, an dem ich dachte, es geht nicht mehr.“ Über solche Tiefen sei sie weitgehend hinweg. Doch die materiellen Sorgen bleiben, auch wenn sie noch so bescheiden lebt.

Direkte Hilfe für Gisela A.


Unterstützung Wer für Rentnerin
Gisela A. gezielt spenden möchte,
notiert auf seiner Überweisung das Stichwort Gisela A. unter der Rubrik Verwendungszweck.