Die Pandemie schlägt auch auf die Bewährungs- und Straffälligenhilfe durch. Weil gemeinnützige Arbeit nicht mehr in dem Maß vermittelt werden kann, wie man sie bräuchte, plant die Bewährungs- und Straffälligenhilfe Ulm ein eigenes Arbeitsprojekt. Damit sollen Ersatzfreiheitsstrafen vermieden werden, die dann drohen, wenn eine Geldstrafe nicht geleistet werden kann. Damit ist den Menschen geholfen, die es schwer haben, bei freien Trägern oder kommunalen Dienstleistern Sozialstunden ableisten zu können. Vor allem Männer und Frauen, die wegen ihres Verhaltens oder einer Krankheit als sehr „arbeitsmarktfern“ gelten, finden kaum mehr eine Stelle.
Das Ziel des Arbeitsprojekts ist, eine Inhaftierung zu vermeiden und damit „entsozialisierende Faktoren“ zu vermeiden, die Haft nach sich zieht. In Kooperation mit den Entsorgungsbetrieben (EBU) und der Stadt Ulm sollen Reinigungsarbeiten in öffentlichen Anlagen rund um die Anlaufstelle der Bewährungs-und Straffälligenhilfe geleistet werden. Die Ehinger Anlagen, Bereiche der Donauwiese, das Ehinger Tor und der Westplatz sollen im Sinne von Müllpaten gereinigt weren. Für die Anleitung des Müllpaten-Trupps soll in Kooperation mit der Stadt Ulm bzw. dem Jobcenter einem Menschen, der wenig Chancen auf eine Anstellung hat, eine geringfügige Beschäftigung ermöglicht werden.

Info Um dieses Arbeitsprojekt auf die Beine zu stellen, benötigt der Verein Bewährungs- und Straffälligenhilfe Ulm Geld, das ihm gerade jetzt in der Krisenzeit fehlt. Wer den Verein unterstützen möchte, notiert auf seiner Überweisung unter Verwendungszweck „Haft verhindern“.