Ulm/Neu-Ulm Agentur Neu-Ulm schließt einen Tag

Ulm/Neu-Ulm / REGINA FRANK 27.09.2012
Die Neuorganisation der Arbeitsagenturen, die nun vollzogen wird, ist ein technischer Kraftakt. Für die Bürger bleibt indes alles wie gehabt.

Die Agentur für Arbeit Neu-Ulm wandert zum 1. Oktober organisatorisch Richtung Donauwörth. Sie wird aus ihrem bisherigen Bezirk - das war Memmingen - herausgelöst und an den neuen angebunden. Dies erfordert unter anderem den Transfer großer Datenmengen. Zudem muss die Telefonanlage, die eng mit dem IT-Bereich verbunden ist, umgestellt werden. "Das dauert seine Zeit", sagt Pressesprecher Reinhold Huber. Die Geschäftsleitung entschied, sicherheitshalber die Dienststelle in der Reuttierstraße und das Jobcenter in der Albrecht-Berblinger-Straße einen Tag lang zu schließen und zwar morgen, Freitag. Huber: "Wir gehen davon aus, dass wir am Montag wieder betriebsbereit sind." Für den Bürger ändert sich trotz der Neuordnung nichts. Er kann nach wie vor seine Arbeitslosmeldung in der Neu-Ulmer Dienststelle abgeben und trifft dort auch weiterhin Vermittler und Berufsberater an.

Die bundesweite Neuordnung führt auf württembergischer Seite dazu, dass der Zuständigkeitsbereich der Ulmer Agentur wächst. Ihr wird der Landkreis Biberach zugeschlagen. Die Umsetzung hat lediglich in Biberach sichtbare Auswirkungen. Die Geschäftsstelle dort wird morgen ebenfalls wegen der Datenüberführung geschlossen. Analog zu Neu-Ulm wird diese Agentur zunächst aus dem Bezirk Ravensburg herausgelöst und hernach in Ulm integriert. Die Geschäftsstellen in Ulm und Ehingen arbeiten hingegen normal weiter. Auch im künftigen Zuschnitt der Arbeitsagentur Ulm bleiben alle Dienstleistungen vor Ort bestehen, versichert Pressesprecherin Iris Schofeld-Salk.

Von der Reform verspricht sich die Bundesagentur Einsparungen. Denn die Zahl der Hauptagenturen sinkt, somit auch die Zahl der Führungskräfte, und die Back-Office-Bearbeitung wird gestrafft. Unterdessen werden Großbezirke geschaffen. Beispiel Ulm: Bisher gab es in der Agentur 133 015 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, in den neuen Grenzen sind es 202 264. Die neue Agentur hat 8133 Arbeitslose, das sind 2428 oder 43 Prozent mehr. Die neue Agentur Donauwörth hat mit den Landkreisen Neu-Ulm und Günzburg sogar 177 Prozent mehr.