„Wir trinken zusammen, nicht allein.“ In ihrem Song „Sieben Tage lang“ hat die niederländische Band Bots eigentlich eine Art Party-Drehbuch für die neuzeitliche Ulmer Schwörwoche vorgegeben.

Aus den Ulmer Feiertagen, bei denen sich die Ulmer eigentlich der urdemokratischen Verfasstheit ihrer Stadt versichern, ist in den vergangenen Jahrzehnten eine große Sause in der City sowie auf und an der Donau geworden. Die gefällt zwar nicht allen Traditionsbewussten, löst aber zumindest eines ein: Die Schwörwoche ist tatsächlich zu einem Bürgerfest geworden.
Vom  Ulmer Brauchtum nehmen nicht mehr nur die Stadtvorderen, Ratsherren und eingefleischten Reichsstadt-Chauvinisten Notiz. Das Juli-Wochenende ist ein Fest für alle Ulmer (und Neu-Ulmer natürlich). Auch für die lebenslustige, städtische Jugend und deren Freunde aus dem Umland.
Einmal im Jahr tut diese Ausgelassenheit ganz gut. Und bevor sich jetzt jemand über die Nebenwirkungen aufregt: Falscher Zeitpunkt. Denn dieses Jahr rollt niemand das Fass herein.

#keinerschwörtallein

Das Conronavirus hat auch die Ulmer Feiertage voll erwischt. Vom mittlerweile gewohnten Gesamtpaket werden nur die drei Kernbestandteile Gottesdienst, Konzert und Schwörfeier über die Bühne gehen. Vor viel weniger Publikum als gewohnt. Darüber könnte man jetzt lamentieren, überlegen, ob es der aktuellen politischen Lage angemessen ist, dass viele Ulmer den gegenseitigen Treueschwur mit dem Oberbürgermeister nicht angemessen begehen können. Muss man aber nicht.

 Wir von der SÜDWEST PRESSE haben uns vorgenommen, das möglichst Beste aus der außergewöhnlichen Situation zu machen. Ein Fest mit Anlauf und auf Abstand. In den kommenden acht Wochen werden wir euch mit unserer Aktion #keinerschwörtallein Richtung Schwörwochende begleiten. Online und in Ihrer Zeitung.
Lasst uns Corona-gerecht auf den großen Moment zugehen. Mit einer Menge Themen rund um die Ulmer Feiertage. Mit vielen Leuten, die uns verraten, was ihnen das Wichtigste an den der Schwörwoche  ist. Und ganz zum Schluss mit einem wahrnehmbaren Signal: Wenn am 20. Juli die Schwörglocke des Münsters läutet, wollen wir euch alle hören, Ulm! Lasst euch auf dem Weg dahin überraschen.
Wir schwören zusammen, nicht allein!