Der Kreisverband Ulm/Alb-Donau der AfD mit Sitz in Allmendingen protestiert gegen ein Konzert in den Roxy Kulturhallen. Dort tritt am 16. November die Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ auf. Das Konzert ist ausverkauft, die Parteigliederung der Rechtspopulisten bittet aber die Stadt, „dieser Band in Ulm keine Bühne zu bieten“.

Die fünf Musiker aus Mecklenburg-Vorpommern touren derzeit mit ihrem neuesten Programm „Alles auf Rausch – Es geht weiter!“ durch Deutschland, füllen teilweise große Hallen und stoßen dabei immer wieder auf Protest vorwiegend rechter Gruppierungen. Erst vergangene Woche war es in Dessau zu einer Absage eines vom ZDF organisierten Konzerts gekommen, nachdem die AfD dort erfolgreich interveniert hatte.

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AfD fürchtet Vergiftung des Klimas in Ulm

Wie der AfD-Kreisverband in einem Brief an OB Gunter Czisch formuliert, würden solche Konzerte das gesellschaftliche Klima in der Stadt vergiften, weil die Songtexte „durch ihre Aufrufe zur Gewalt gegen Vertreter der staatlichen Ordnungsorgane“ jugendgefährdend seien. Auch sei aus ihnen eine „grundsätzliche Ablehnung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland“ ersichtlich.

Ein Problem sieht die Partei darin, weil das Roxy mit Steuergeldern unterstützt werde. Es sei deshalb sorgsam zu prüfen, heißt es in dem Schreiben weiter, wie die öffentlichen Gelder für das Roxy eingesetzt würden. „Still und leise jedenfalls nehmen wir ein solches Konzert nicht hin“, heißt es in dem vom Kreisvorsitzenden Eugen Ciresa unterzeichneten Schreiben.

Konzert findet wie geplant statt

In der Geschäftsführung der Kulturhallen Roxy werden dergleichen Drohungen kein großes Gewicht beigemessen. „Plumpe Provokation“ nennt Christian Grupp die Auflistung an alten Liedtexten. Die Gruppe habe unlängst bei dem Konzert für Menschlichkeit und Vielfalt in Chemnitz gespielt, und werde auch in Ulm spielen. Grupp: „Das Konzert findet statt.“

Auch OB Czisch nimmt keinen Anstoß an dem Konzert einer Band, „die sich seit Jahren gegen Fremdenfeindlichkeit engagiert“. Es entbehre nicht einer gewissen Ironie, so der OB, dass ausgerechnet die AfD sich um die freiheitlich-demokratische Grundordnung sorge. Außerdem betreibe die Stadt keine Gesinnungsschnüffelei in Kultureinrichtungen.

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