Ungewohnt hitzig verlief die Jahreshauptversammlung des TSV 1880 Neu-Ulm – und zwar wegen des lieben Geldes. Deswegen ist der Verein in Lager gespalten: die Traditionalisten in Gestalt der Fußballer, und die Modernisten in Gestalt der Handballer und Vertreter der Sportart American Football.

Finanziell steht der Verein nicht toll da. Notwendige Sanierungsmaßnahmen drücken auf das Budget, und Geldeinbußen im Zusammenhang mit der Vereinsgaststätte machen dem TSV Neu-Ulm zu schaffen. So gab es im August 2017 erneut einen Pächterwechsel, damit einhergehend Pachtausfälle während der Übergangszeit. Hinzu kommt, dass der  bisherigen Pächterin die komplette Außenbestuhlung in Wert von 10.000 Euro gestohlen wurde – selbst verschuldet, weil sie vergessen hatte, sie zu sichern.

Um diese Ausfälle auszugleichen, schlug der Vorstand eine Erhöhung der Beiträge ab Januar 2019 vor, ein Erwachsener sollte fortan 2,92 Euro mehr  im Monat zahlen, Kinder 5,75 Euro statt 4,33 im Monat und ein Jugendlicher über 18 Jahre zahlt 6,66 statt 5 Euro. Zuvor waren die Beiträge zuletzt im Januar 2014 erhöht worden.

Die anschließende Diskussion eskalierte beinahe. Ungewohnt lautstark ging es in der Vereinsgaststätte zu, vor allem die Handballerinnen und Vertreter der Abteilung American Football meldeten sich ausgiebig zu Wort, erklärten die Erhöhung für unsozial und stimmten vehement dagegen. Letztlich wurde die Beitragserhöhung abgelehnt.

Weitere Investitionen drohen

Um Geld einzusparen, kam von der jüngeren Generation der Vorschlag, die vereinseigene Zeitung nur noch online zur Verfügung zu stellen. Vereinsvorsitzender Manfred Janssen lehnte dies ab: „Zum einem würden wir unsere Anzeigenkunden verlieren und zum anderen wollen unsere älteren Mitglieder sie in Druckform haben.“ Der TSV Neu-Ulm hat im Jahr 2017 einen Verlust von 7900 Euro gemacht. „Unsere Rohrleitungssysteme sind in die Jahre gekommen, es könnte sein, dass die Sanierung bald fällig wird“, mahnte Janssen.

Hundertprozentige Zustimmung erlangte hingegen der Vorschlag, die Ehrenmitgliedschaft künftig nur noch für Mitglieder zu verleihen, die sich besonders um den Verein verdient gemacht haben. Bisher wurde sie automatisch jedem verliehen, der 50 Jahre Mitglied ist. Positiv fand die Vereinsspitze die gute Teilnahme an der Versammlung. „Es waren 107 Leute da, so viele waren noch nie bei einer Jahreshauptversammlung“, lobt der Geschäftsführer Elmar Konrad. Der Verein hat derzeit 1300 Mitglieder.

In seinem Bericht lobte Janssen die Stadt Neu-Ulm und erinnerte an die Eröffnung der Gustav-Benz-Sporthalle. Sozusagen im Stehsatz seines jährlichen Berichtes hat Janssen den ebenfalls fast schon jährlichen und leidigen Pächterwechsel. Aber: „Mit dem jetzigen Pächter sind wir sehr zufrieden.“