Advent Advent mit Christian Wolff und dem Tölzer Knabenchor

Brachten Besinnlichkeit ins Ulmer Münster: Christian Wolff und der Tölzer Knabenchor.
Brachten Besinnlichkeit ins Ulmer Münster: Christian Wolff und der Tölzer Knabenchor. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Christa Kanand 03.12.2018

Alle Jahre wieder. Trubel, Lichterglanz und Glühwein-Duft auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Münster, doch drinnen fanden rund 800 Besucher abseits von Hektik und Kommerz eine Oase aus Wärme und Geborgenheit. Dort brachte das einzigartige „Große Weihnachtskonzert – Die Alpenländische Weihnacht“ zum Tourneeauftakt in Ulm viel Vorfreude aufs Fest in die Gemüter. Und das mit einer hochkarätigen Besetzung: Tölzer Knabenchor, Brass-Sextett Ensemble Classique mit Schlagzeuger, Harfenistin Barbara Gasteiger und Christian Wolff als Erzähler auf dem Podium unter der Kanzel.

Stimmungszauber schon beim festlichen Introitus mit Röhrenglocken, Trommelwirbel und Blechbläserglanz um Posaunist und Arrangeur Winfried Roch. „Adeste Fideles“ und „Tochter Zion“ verkündeten dazu strahlkräftig unter Clemens Haudums prägnanter Leitung die 32 glockenhellen Stimmen des Knabenchors, der heuer sein 60-Jähriges feiert. Wohliges Erschaudern beim Nachhall des Klangs in der gotischen Kirchen-Architektur.

Im Mittelpunkt der stimmigen Inszenierung aus Wort und Musik stand im Wechsel von Chorgesang und Instrumentalstücken neben Texten von Silja Walter und Karl Heinrich Waggerl die Weihnachtsgeschichte aus Jörg Zinks zeitgemäßer Bibel-Übersetzung – und Erzähler Christian Wolff. Oft vom filigranen Harfenspiel untermalt, schilderte der beliebte Schauspieler die Stationen von der Verkündigung über die Herbergssuche bis zu den Hirten an der Krippe des Neugeborenen so plastisch, bildhaft und fesselnd, dass die gebannten Zuhörer quasi live beim Wunder in jener Nacht dabei waren.

Zwischen festlichen Jubelklängen („In dulci jubilo“ ) und andachtsvoller Besinnlichkeit, etwa beim Winter-Largo aus Vivaldis „Jahreszeiten“ in berückender Bläser-Version, oder beim anmutigem Harfenspiel von Tobi Reisers „Bauernmenuett“, erklangen schönste alpenländische Volksweisen. Mal intonierten die Jungen freudig „Heißa Buama“, mal glänzten sie in Soli oder Dreigesängen bis zum krönenden „Andachtsjodler“ mit den Bläsern.

Waggerls Kindheitserinnerungen an Weihnachten verführten zum Schmunzeln, nachdenklich machte das „Päckchen Güte“ gegenüber denen, „die in unserem Land eine neue Heimat suchen“. Zugaben und dann Standing Ovations.

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