Ulm Adi Hübel: Geschichten vom Leben, Lieben, Träumen

Adi Hübel: Himbeertage. 188 Seiten. ISBN 978-3-7418-1895-0. E-Book: ISBN 978-3-7418-1899-8.
Adi Hübel: Himbeertage. 188 Seiten. ISBN 978-3-7418-1895-0. E-Book: ISBN 978-3-7418-1899-8. © Foto: Adi Hübel
Ulm / MAGDI ABOUL-KHEIR 02.08.2016
Die Ulmerin Adi Hübel hat ein neues Buch vorlegt: "Himbeertage" versammelt neun Geschichten voller Lebenserfahrungen.

Sie hat es geschafft, nach all den Jahren, nach all der Arbeit. Die Malerin Franziska hat ihre erste eigene große Ausstellung. Sie wird ein Star der Kunstszene, verspricht ihre Galeristin. Dann erscheint Franziskas Schwester Luisa auf der Vernissage, eine Schauspielerin, die ihr die Schau stiehlt: „Ihr ganzes bisheriges Leben hatte sie sich abgemüht, ihre Kunst zu verwirklichen und ja, das gestand sie sich jetzt bitter ein, auch anerkannt und berühmt zu werden. Und dann kam Luisa, tat nichts als lächeln und alle liebten sie.“

Es ist ein heftiger innerer Monolog dieser Künstlerin Franziska in Adi Hübels Kurzgeschichte „Auch Schmetterlinge weinen“. Ja, stellenweise wirkt das alles psychologisch eindimensional – doch dann vollzieht Adi Hübel einen Perspektivwechsel, der Leser bekommt Einblick in die Sichtweise Luisas, und ein anderes, ambivalentes  Bild entwickelt sich. Das Ende – nein, keine „Pointe“ – wird an dieser Stelle nicht verraten, doch ist es heftig, wenn man sich auf die Geschichte eingelassen hat.

Adi Hübel, die den Ulmern nicht nur als Autorin von Storys, Gedichten und Krimis bekannt ist, sondern auch als Theatermacherin, legt in „Himbeertage“ eine Sammlung mit neun „Geschichten vom Leben, Lieben, Träumen“ vor. Es geht um Existenzielles und oft um Lebens-Wege: In „Oh weh“ begleitet der Leser einen Mann auf dem Weg zum Begräbnis eines früheren Freundes, mit dem er sich überworfen hatte. In „Aprikosenlicht“ streiten sich Geschwister am Grab ihrer Mutter.

Von Sehnsüchten, Liebesstunden und Verlusten handeln die Geschichten, manche sind geprägt von einem ironischen Blick auf die Figuren, aber doch auch von Verständnis für menschliche Schwächen. Geschichten, die von unser aller Leben handeln, gewiss nicht immer leicht, aber doch in einem recht leichten Ton aufgeschrieben.

Info Adi Hübel liest in der Kulturnacht am 17. September im Schreib-Turm-Labor aus „Himbeertage“.

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