Fahrrad ADFC kritisiert Situation für Fahrradfahrer in Ulm

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Ulm / rej 04.04.2017

In der Radgasse 8 riecht es nach frischer Farbe, denn der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Ulm/Neu-Ulm (ADFC) ist erst letzten Freitag eingezogen. „Nach 17 Jahren in der Pfauengasse wurde es uns dort zu eng“, begründet Geschäftsführer Thomas Dombeck den Umzug. Aber 2017 gibt es mehr zu feiern als neue Räume: 200 Jahre Fahrrad – zu diesem Thema organisiert der Club einen „Radltag“ am 30. April mit sechs besonderen Radtouren (siehe Infokasten).

Situation für Radler schwierig

Die Baustellen in Ulm machen auch den Radlern zu schaffen. „Wir sind froh über das dreispurige Konzept mit Radweg am Bahnhof. Trotzdem ist die Situation gerade angespannt“, sagt Katrin Voss-Lubert, Vorsitzende des Kreisverbands Ulm Alb-Donau. Dombeck ergänzt: „Radfahren und Autofahren werden nicht gleichberechtigt gefördert.“ Die beiden wünschen sich eine App, in der aktuelle Baustellen und dazu Alternativrouten angezeigt werden. Voss-Lubert ist aber klar: Das kann in absehbarer Zeit nicht umgesetzt werden. Ulm hat sich zwar bis 2020 das ehrgeizige Ziel gesetzt, den Anteil von Radlern am Verkehr auf 20 Prozent zu erhöhen. Das hält Dombeck jedoch für unrealistisch: „Es ist toll, dass die Stadt ein solches Ziel vorgibt, doch in drei Jahren ist das nicht zu schaffen. Momentan liegen wir bei etwa 13 Prozent.“

In Neu-Ulm gebe es zwar nicht so viele Baustellen, dafür sei die Gesamtsituation aber schlechter, beklagt Walter Radtke vom Vorstandsteam des ADFC Neu-Ulm: „Es ist gut, dass Neu-Ulm sein Radwegenetz ausbauen will. Denn das hat die Stadt bisher verschlafen  – jetzt wird es langwierig und kostspieliger.“ Er wünsche sich noch mehr Tempo-30-Zonen in der Innenstadt: „Die Autofahrer haben oft Angst, dass wir ihnen Platz wegnehmen, aber das wollen wir nicht. Mehr Fahrradfahrer heißt ja auch weniger Staus.“

Kommende Veranstaltungen

ADFC-Radltag am 30. April: Zum 200. Geburtstag des Fahrrads veranstaltet der ADFC sechs Touren, etwa zur Leipheimer Straußenfarm. Start um 10 Uhr auf dem Münsterplatz.

Fahrradmärkte finden am 29. April und 1. Juli von 9 bis 12 Uhr auf dem Ulmer Marktplatz statt. Dort kann man gebrauchte Fahrräder kaufen und verkaufen. Zehn Prozent vom Erlös gehen an den ADFC.

Eine Broschüre mit allen Informationen ist in der Geschäftstelle des ADFC in der Radgasse 8 erhältlich. Mehr Infos auch unter www.adfc-ulm.de max

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