Einen neuen Straßenbelag hat die stark befahrene Adenauerbrücke über die Donau in diesem Jahr erhalten. Dennoch sind ihre Tage gezählt. Im Jahr 2018 soll mit dem Bau einer komplett neuen Brücke begonnen werden. Weil die Staatsgrenze mitten in der Donau und somit auch mitten auf der Brücke liegt, ist auf baden-württembergischer Seite dafür die Abteilung Verkehrsplanung und Straßenbau im Ulmer Rathaus zuständig, auf Neu-Ulmer Seite das Staatliche Hochbauamt in Krumbach. Beide Behörden haben sich geeinigt, dass in Krumbach federführend geplant wird. Wie, das haben Behördenleiter Wilhelm Weirather und Jürgen Gleixner, der für den Brückenbau zuständige Abteilungsleiter, der SÜDWEST PRESSE jetzt erläutert.

An der 1954 gebauten Adenauerbrücke hat der Zahn der Zeit genagt. Nach 60 Jahren, so kalkulieren die Fachleute, würde sich eine große Sanierung wie im Jahr 1971 nicht mehr rechnen. Den baulichen Zustand der Brücke habe man schon untersucht. „Er ist schlecht!“ Und so hofft man in Krumbach, dass das schadhafte Bauwerk noch bis zum Jahr 2018 durchhält. In fünf Jahren soll dann mit dem Bau einer komplett neuen Brücke begonnen werden – dann mit acht statt wie bisher sechs Spuren. Kosten: zwischen 15 und 16 Millionen Euro.

„Mit 96 000 Fahrzeugen täglich, gezählt 2010, hat die Brücke bereits jetzt ihre Belastungsgrenze erreicht“, sagt Wilhelm Weirather. Da mache es Sinn, sie gleich größer zu dimensionieren. Zumal der zukünftige Verkehr insgesamt sicher nicht abnehmen werde. Außerdem sei die Bundesstraße 10 mit der Adenauerbrücke die einzige übergeordnete Verbindung über die Donau hinweg. In Krumbach geht man davon aus, dass 80 Prozent der 96 000 täglichen Fahrzeuge auch Ziele direkt in Ulm, Neu-Ulm und in der nahen Umgebung ansteuern, also nicht dem überregionalen Verkehr, sondern dem Ziel- und Quellverkehr zuzurechnen sind. Verkehrslenkende Maßnahmen wie Durchfahrverbote würden nicht weiterhelfen.

Wenn die Adenauerbrücke jeweils eine weitere Spur erhält, könnte man mit staatlichem Geld auch entsprechende Lärmschutzeinrichtungen vorsehen. Das sei für die Anlieger ein kleines Bonbon. Ihre anliegenden Grundstücke, wie beispielsweise das alte Donaubad-Gelände, würden dann an Aufenthaltsqualität und Wert gewinnen.

Noch Zukunftsmusik sind Überlegungen in Krumbach, wie es nach der Adenauerbrücke auf der bayerischen Seite der B 10 weitergehen soll. Nach Ansicht des Hochbauamts könne es Sinn machen, die B 10 bis zur Anschlussstelle Neu-Ulm/Mitte sechsspurig auszubauen. Was bedeutet, dass in jede Richtung eine weitere Fahrspur angebaut werden müsste. Platz sei vorhanden. Näheres wird mit Hilfe eines noch in Auftrag zu gebenden Verkehrsgutachtens ermittelt.

In Krumbach ist man sich klar darüber, dass diese Überlegungen vor allem bei den Anliegern an der B 10 keine Freude auslösen werden. Alternativen gebe es wenig, sagt Weirather. Es sei denn, man wolle sich erneut mit einer weiteren Donaubrücke außerhalb der Innenstädte Ulm und Neu-Ulm befassen. Diese könnte zwischen Offenhausen und Pfuhl oder zwischen Pfuhl und Burlafingen über die Donau geführt werden. Weirather: „Aber das ist politisch noch nicht ausgestritten.“