Konzert Abschluss mit eigener Horn-Fanfare

Großes Finale beim Carnaval du Cor in Ulm.
Großes Finale beim Carnaval du Cor in Ulm. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Gottfried Lothar 14.02.2018
150 Hornisten und 13 Dozenten aus aller Welt beschließen das 23. Festival „Carnaval du Cor“ in der Ulmer Pauluskirche.

Der „Carnaval du Cor“ hat sich in rund zwei Jahrzehnten vom lauschigen Freundeskreis-Treffen zu Europas größtem Horn-Festival entwickelt. Schon vergangenes Jahr hatte die Teilnehmerzahl die Weidacher Hütte gesprengt, die 100 Teilnehmer tagten stattdessen im Weißenhorner Claretinerkolleg. Dieses Jahr kamen zum 23. Carnaval du Cor 150 Musiker aus 13 Ländern. Ein erneuter Umzug führte in die Jugendbildungsstätte Burg Schwaneck in Pullach bei München. Die Namen der mittlerweile 13 Dozenten lesen sich wie das „Who is Who“ der Hornbläserszene.

Abwechslungsreiche Klangflächen

Trotz der Entfernung ließen es sich Teilnehmer und Dozenten nicht nehmen, am Montag ein Abschlusskonzert in der Ulmer Pauluskirche zu spielen. Der spanische Hornist Juan Miravet Lecha widmete seine Komposition „Fanfare für großen Hornchor“ dem Festival, das sein Konzert damit eröffnete. 31 Hörner, 4 Euphonien, 3 Alphörner und ein wie ein Kontrafagott gebogenes Alphorn sorgten dafür, dass satter Sound und abwechslungsreiche Klangflächen aufhorchen ließen.

Danach erklangen Bachs bekannte „Toccata und Fuge in d-Moll“ sowie die Ouvertüre zu Michail Glinkas „Ruslan und Ljud­mila“. Beide Werke lassen zunächst nicht unbedingt an den Klang von Hörnern denken. Doch beim Carnaval du Cor ist eben alles möglich – bis hin zu mehrsätzigen Suiten mit „Gladiator“- und „Star Wars“-Filmmusik inklusive gruseliger Atemgeräusche und einem Mini-Laserschwert als Dirigentenstab.

Beim „Walzer Nr. 1“ und „Tanz Nr. 1“ aus Schostakowitschs „Suite für Varieté-Orchester“  traten acht Dozenten auf, um zu beweisen, dass man auch aberwitzige Tonkaskaden mit vielfältigen Klangfarben aus dem Instrument herausholen kann. Bevor sich im Finale dann alle Hornisten zum Pilgerchor aus Wagners „Tannhäuser“ versammelten, ertönten noch Melodien von Computerspielen und die John-Miles-Hymne „Music“.

Natürlich fehlten abschließend die zwei Mitsinglieder nicht, zuletzt „Der Mond ist aufgegangen“, das Lied, mit dem jeder Probentag des Festivals endet, wenn die Letzten – wann auch immer – zu Bett gehen.

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