Tierheim Abriss beim Tierheim Ulm hat begonnen

Nach langer Verzögerung haben die Abrissarbeiten im Ulmer Tierheim jetzt endlich begonnen.
Nach langer Verzögerung haben die Abrissarbeiten im Ulmer Tierheim jetzt endlich begonnen. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Carolin Stüwe 14.04.2017

Es ist nicht so einfach, bei laufendem Betrieb mit der Sanierung der Gebäude des Ulmer Tierheimes zu beginnen. Deshalb hat sich der Baubeginn auch um fast ein halbes Jahr verzögert. Diese Woche ging es aber los mit dem Abriss und dem ersten von insgesamt vier Bauabschnitten. Die gesamte Bauzeit wird sich voraussichtlich drei Jahre hinziehen.

Die ersten beiden Bauabschnitte finanziert ein großzügiger Spender, der nicht genannt werden möchte, seit Jahren dem Tierheim aber wohlgesonnen ist (wir berichteten). Die restliche Finanzierung ist noch nicht ganz geklärt. Der Tierschutzverein Ulm, Neu-Ulm und Umgebung hat im Haushalt vorerst 500 000 Euro veranschlagt. Bei den beiden Städten hat der Verein um Sonderzuschüsse gebeten – außerhalb der Jahreszuschüsse, mit denen die Städte „ihr Tierheim“ unterstützen. Außerdem versuche man, „beim Land an alle möglichen Fördertöpfe dranzukommen“, sagt Tierheim-Betriebsleiter Ralf Peßmann.

Als erstes wird entlang des Örlinger Tal-Wegs der Altbau mit dem Futterlager und das Kleintierhaus abgerissen. An der Stelle soll bis zum Jahresende ein größeres Kleintierhaus mit Freilaufflächen innen und außen neu gebaut werden.

Gleichzeitig werden die im Jahr 2000 gebauten Quarantänehäuser, in denen neu eingetroffene Hunde und Katzen erst einmal vier Wochen lang bleiben müssen, Richtung Norden bis zur Grundstücksgrenze erweitert. Darin werden neue Tierarztzimmer und ein „Polizeizwinger“ eingerichtet. In diesen Zwinger kann die Polizei nach 17 Uhr Fundhunde sperren, wenn das Tierheim geschlossen ist.

Im Bauabschnitt II sollte ursprünglich in Richtung Bahndamm ein neues Hundehaus mit 14 überdachten Zwingern gebaut werden. Aber dazu hätte man reichlich Erde von dem ansteigenden Gelände abtragen und eine Stützwand errichten müssen – für 250 000 Euro. „Dazu fehlt uns das Geld“, sagt Peßmann. Also wird das Hundehaus parallel zur Bahnlinie gebaut, wo jetzt die 30 wilden und nicht für die Wohnung geeigneten Katzen aus- und eingehen. An der Stelle des alten Hundehauses wird ein neues Katzenhaus gebaut.

Beim Bauabschnitt III wird in Ost-West-Richtung ein eingeschossiger, zum Örlinger Tal-Weg führender Gebäuderiegel gebaut für Verwaltung und Besucher. Quer dazu ist für das Personal ein zweigeschossiges Gebäude geplant – samt Seminarraum. Der Bauabschnitt IV umfasst die Außengestaltung des gesamten Geländes. „Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg“, sagt Peßmann.

Und bis dahin müssen die neun Mitarbeiter je nach Baufortschritt die derzeit 30 theoretisch vermittelbaren Hauskatzen und zwei Dutzend Hunde, diverse Kleintiere sowie zwei Hängebauchschweine versorgen und bei Bedarf umverfrachten. Dazwischen kommen immer wieder Außeneinsätze, wenn Fundtiere eingefangen werden oder Missstände in Privathaushalten beseitigt werden müssen. Für solche Fälle werden Plätze in der Quarantäne freigehalten.

Riesig gefreut hat er sich über die Pfadfinder der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) Ulm-Söflingen. Je zwölf Jugendliche haben an zwei Terminen im Tierheim Außenzwinger und ein Dach abgebaut. „Die haben es krachen lassen, eine solche Hilfe nehmen wir gerne an“, sagt Peßmann.

Acht Welpen sind gut untergebracht

Vermittlung Die acht Welpen, die Mitte Dezember bei einem Beimerstetter Supermarkt in einem Umzugskarton ausgesetzt worden waren, haben sich im Ulmer Tierheim alle gut entwickelt und sind inzwischen an neue Besitzer vermittelt worden. Betriebsleiter Ralf Peßmann hatte den Vorteil, dass er nach Berichterstattungen in der SÜDWEST PRESSE aus mehr als 200 Anfragen auswählen konnte. Sieben Welpen fanden in der Ulmer Region ein neues Zuhause, einer reiste bis nach München. Nach sechs bis acht Wochen übernehmen Tierschutzbeauftragte des Tierheims Hausbesuche. „Und wir fragen telefonisch ab und zu an, ob alles klappt“, sagt Peßmann.

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