Ulm A cappella: Motetten vom Feinsten

Ulm / GOTTFRIED LOTHAR 13.07.2015
Zum dritten Mal in Folge servierte Manuel Sebastian Haupt am Samstag zum Semesterabschluss mit dem Kammerchor der Universität Ulm ein reines A-cappella-Programm in der Elisabethenkirche. Und wie nicht anders zu erwarten, gelangen dem 36-köpfigen Chor die aufgeführten Stücke wieder bestens.

Zum dritten Mal in Folge servierte Manuel Sebastian Haupt am Samstag zum Semesterabschluss mit dem Kammerchor der Universität Ulm ein reines A-cappella-Programm in der Elisabethenkirche. Und wie nicht anders zu erwarten, gelangen dem 36-köpfigen Chor die aufgeführten Stücke wieder bestens. Bei "Klangkunst a cappella 3" ertönten Musikstücke des späten 16. und 20. Jahrhunderts wunderbar frisch und leicht.

Mit "Jauchzet dem Herrn" von Heinrich Schütz gelang dem Chor ein trefflicher Auftakt. Doppelchörig und tänzerisch beschwingt brachte die Motette die Einflüsse des Venedig-Aufenthaltes des Komponisten deutlich zu Gehör. Der makellos singende Chor zeigte sich bereits hier von seiner besten Seite.

Doch konnte er sich noch steigern, als es an den achtstimmigen "Sonnengesang des Franz von Assisi" von Enjott Schneider ging. Über wie ein Orgelpunkt gehaltenen Basstönen baute sich nach Flüsterpassagen mit altitalienischen Worten das Loblied an Bruder Sonne auf. Neben dezenten Clustern standen Passagen von leuchtender Strahlkraft und der immer wiederkehrende Vers "Gelobet seist du, mein Herr!". Das bildete den beeindruckenden Höhepunkt des Konzerts.

Doch auch Dieter Schnebels "Contrapunctus 1" machte deutlich, wie ausgezeichnet der Chor zu singen weiß. Mit Sängern, die sich in die Reihen der Zuhörer verteilt hatten, erklang das Werk für 20 Stimmen exakt und schön gesungen und von Haupt umsichtig und ausdrucksvoll geleitet. Dem standen die vielstimmigen und doppelchörigen Kompositionen von Palestrina, Monteverdi, Gesualdo, Anerio und Martin in nichts nach.

Zwischen den Chorstücken spielte Josephine Hörburger kleine passende und unpassende Stücke von Dowland, Schubert, Scarlatti und anderen auf der Gitarre, deren Klang durch den nicht notwendigen Lautsprecher aber unschön verzerrt wurde.

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