Hotellerie „Wir lieben diese Stadt“

Ulm / Von Frank König 08.08.2018

Für einen Besuch in der City hat es zwar nicht gereicht, aber der israelische Hotelier, Selfmade-Man und Multimillionär David Fattal konnte sich immerhin sein neues Hotel Leonardo Royal im Dichterviertel in Ulm erstmals anschauen. Der 61-jährige Israeli, der mit dem Privatjet aus London über München anreiste, blieb sogar über Nacht und hatte zumindest von der 165 Quadratmeter großen Dachterrasse einen guten Blick auf Stadt und Münster.

„We love the city“, sagte er. Vor allem seit das israelische Pharmaunternehmen Teva hier Ratiopharm übernommen hat, gab es immer wieder Nachfragen und Ermunterungen, in Ulm einen Standort zu eröffnen. Das sei nun geschehen und auch der Tatsache geschuldet, dass die Region über ein starkes industrielles Umfeld verfüge, beispielsweise mit Zulieferern der bedeutenden Autoindustrie. Denn das Leonardo-Hotel am Blaubeurer Ring setzt nicht zuletzt auf Business-Meetings und Konferenzen. Die sechs Konferenzräume sind sämtlich mit modernster Übertragungs- und Streaming-Technik ausgestattet.

Fattal schätzt überhaupt die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland, seit das Land die Finanzkrise hinter sich gelassen hat. Es sei ein sehr guter Standort, um Geschäfte zu machen, die Firmenkultur sei vergleichbar mit der in Israel. Außerdem sei es „not so expensive“, also nicht so teuer, so dass Fattal 61 seiner 175 Hotels in Deutschland betreibt.

Er selber hat einmal als Rezeptionist in Haifa angefangen und sich nach und nach sein eigenes Hotel-Imperium aufgebaut: vor allem durch Zukäufe und zuletzt sogar mit dem Börsengang in Tel Aviv. Im neuen Vier-Sterne-Haus in Ulm lobt er die angenehme Atmosphäre – vielleicht auch wegen der automatisch von der Tageszeit abhängig gesteuerten farb­lichen Beleuchtung – und das freundliche Personal. Unter Leitung von Hoteldirektor Tim Ziegler sind es 40 Mitarbeiter für die 148 Zimmer. Den Zimmerservice übernimmt eine Fremdfirma.

Die Perspektiven im Hotelmarkt bleiben aus Sicht Fattals in den nächsten Jahren glänzend, weil der Trend zum Reisen noch zunimmt. Ausschlaggebend dafür: billige Flugtickets. „Junge Leute wollen leben, und zwar jetzt, und sie wollen neue Erfahrungen machen.“ Dabei spielten auch günstige Hotels eine Rolle oder Konzepte wie die Zimmer-Vermietplattform Airbnb.

Fattal hat mit der Marke „Nyx“ ein junges Lifestyle-Konzept gestartet und gerade ein erstes Hotel in München eröffnet. Mittelfristig sollen es acht bis zehn Nyx-Standorte allein in Deutschland werden. Der europäische Kontinent bietet aus seiner Sicht noch ausreichend Potenzial für Neueröffnungen, erst danach rücken für ihn auch Märkte in Übersee ins Blickfeld.

Starkes Wachstum

Expansion Im Zuge der Expansion plant die Fattal-Gruppe laut „Handelsblatt“ 220 Hotels. Die börsennotierte Firma erzielte zuletzt 622 Millionen Euro Umsatz. Das Leonardo Royal Im Dichterviertel (Mörikestraße 17) verfügt über 148 Zimmer von 21 bis 40 Quadratmetern, sechs Konferenzräume, Restaurant, Bar. Soft Opening war im Mai, offizielle Eröffnung mit fast 500 Gästen vor Schwörmontag.

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