„Wibi-App“ lädt zur Diskussion über die Wilhelmsburg ein

Selten gibt es Einblick in die Wilhelmsburg, wie hier bei einer noch selteneren Fackeltour.Foto: Matthias Kessler
Selten gibt es Einblick in die Wilhelmsburg, wie hier bei einer noch selteneren Fackeltour.Foto: Matthias Kessler © Foto: Matthias Kessler Foto: Matthias Kessler
HANS-ULI THIERER 17.09.2016

Sie ist den Ulmern eines ihrer liebsten Kinder. Immer, wenn Theatersommer ist, strömen sie in rauen Mengen hinauf auf den Gipfel des Michelsberges – so mancher nicht nur allein des Theaters wegen, sondern weil die Kulisse im mächtigen Festungsgeviert so theatral ist.

Und wenn der Förderkreis Bundesfestung mal wieder eine Führung durch einen der vier kasemattierten Flügel, auf einen der beiden Flügeltürme oder den Mittelturm anbietet, dann wird der Verein jedes Mal schier überrannt. Jeder will mal rein in die Wilhelmsburg, in deren riesigen Hof das Ulmer Münster fast zweimal hinein passen würde.

Kein Wunder, dass die seit etlicher Zeit laufenden Bemühungen der Stadt um Belebung der Burg waches öffentliches Interesse hervorrufen. Zurzeit ist sie ja Baustelle. An ihrer Ostflanke wird ein größerer Zugang geschaffen. Nicht zuletzt,  um  die Voraussetzungen für die Theaterschaffenden zu verbessern. Wenigstens gescheit umziehen sollen sich die Schauspieler künftig können. Freilich ist es mehr als eine Millionen schwere Investition fürs Theater. Es geht darum, die Wilhelmsburg für alle Zeit und alle Anlässe besser zu erschließen.

Immer aktuell unterrichtet über das Geschehen auf der Burg und um sie herum werden die Ulmer über die neu gestaltete Website www.die-wilhelmsburg.de, die online gegangen ist. Ganz neu ist, dass sich die Bürger über die auf dieser Seite geschaltete „Wibu-App“ aktiv einschalten können in den weiteren Diskussionsprozess, was mit und auf der Wilhelmsburg passieren soll.

Eine der Fragen wird  in einer Mitteilung der Stadt Ulm wie folgt aufgeworfen: „Ist das Münster allseits bekannt und im wahrsten Sinne des Wortes Highlight in der Donaustadt, muss das Reduit der Bundesfestung (die Wilhelmsburg; d. Red. ) erst noch sichtbar gemacht werden. Wodurch könnte dies geschehen und was braucht es zur Realisierung?“ Ist das ein leiser Aufruf zum Abholzen des Waldes, auf  dass die Sicht frei werde auf die Burg wie zur Zeit ihrer Fertigstellung 1849, als der Michelsberg nicht bewaldet war? Einmischung jedenfalls dringend erwünscht. Die „Wibu-App“ macht es leicht, seine Meinung kund zu tun.

Grundlegende Gedanken sind ja längst gesammelt worden, in  Foren und  Expertenanhörungen. Drei grundlegende Nutzungsideen haben sich dabei herauskristallisiert: Kulturburg, Friedensburg, Wissensburg. Was sich die Ulmer daruner vorstellen können? Die „Wibu-App“ bittet um Antworten auf ihrem Fragebogen.