Ulm "Wahre Illusion" bei Ausstellung in Fischerplatz Galerie

"Wahre Illusionen", zugleich glänzend und verzerrt, inszeniert der Künstler Martin C. Herbst. Foto: Otfried Käppeler
"Wahre Illusionen", zugleich glänzend und verzerrt, inszeniert der Künstler Martin C. Herbst. Foto: Otfried Käppeler
Ulm / KÄL 23.05.2013
"Wahre Illusion" nennt der Wiener Maler Martin C. Herbst seine Ausstellung in der Fischerplatz Galerie und im Venet-Haus.

Ist gegenständliche Malerei an sich schon illusionär, so steigert Herbst die Illusion noch, wenn er ein auf Hochglanz-Aluminium gemaltes Porträt derart knittert, dass sich das Porträt im Aluminium verzerrt spiegelt. Es ist die Illusion einer Illusion, die der Maler hier auf die Spitze treibt.

Strukturell gleiches tut er, wenn er ein Gesicht malt, dessen eine Hälfte sich in einem Spiegel doppelt, sodass ein ganzes Gesicht mit zwei gleichen Gesichtshälften daraus wird, das es so nicht gibt.

Der malerische Kreis schließt sich, wenn das riesige Porträt eines Mädchens so gemalt ist, als sei es von einem Hohlspiegel verzogen. Das Mädchen hat jedoch neben all den "optischen Effekten" - so bezeichnet der Maler seine Strategie - einen in sich gekehrten, melancholischen Ausdruck, dem das Wissen des Malers um das Leben eingeschrieben zu sein scheint. Das könnte dann auch einfach ein gutes Porträt sein (bis 6. Juli, Galerie im Venet-Haus, Do 18-19, Fischerplatz Galerie Di-Fr 10-12/14-18, So 10-14 Uhr).

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