"Ulmer Oratorium" auf dem Münsterplatz

SWP 20.02.2014

Der Komponist Marios Joannou Elia hat den Auftrag erhalten, ein "Ulmer Oratorium" zu komponieren, das am 29. und 30. Mai 2015 auf dem Münsterplatz open air zur Aufführung kommen soll. Der Zyprer ist ein Mann für musikalische Großereignisse: 2011 zum Beispiel montierte er zum Jubiläum "125 Jahre Automobil in Mannheim" (die Geschichte des Carl Benz) das Projekt "Autosymphonic", bei dem nicht nur das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, ein Chor, ein Kinderchor und die Söhne Mannheims mitwirkten, sondern auch von Percussionisten bearbeitete Oldtimer. Der 1978 geborene Elia studierte Komposition am Salzburger Mozarteum und promovierte in Southhampton zum Doktor der Philosophie. Für die Gläserne Manufaktur von Volkswagen in Dresden schuf er 2003 das Multimedia-Werk "Strophes", für die Oper Stuttgart das Musiktheater "Die Jagd", das in einem Autohaus uraufgeführt wurde. Und seine Medienoper "Die Reise des G. Matorna" hatte 2006 auf dem Salzburger Flughafen Premiere. Also, dieser Komponist hat offenbar eine Schwäche für Motoren, und jetzt gibt er in Ulm Gas. Wobei Marios Joannou Elia in nächster Zeit auch noch als künstlerischer Leiter der Europäischen Kulturhauptstadt 2017 unterwegs ist: für seine Heimatstadt Paphos.

Mitwirkende Elia soll auf einen Text des österreichischen Schriftstellers Robert Kleindienst das "Ulmer Oratorium" als ein Gemeinschaftsprojekt vieler Akteure komponieren: Mit dabei sind das Philharmonische Orchester, die Münsterkantorei mit Kinder- und Jugendchören, der Oratorienchor, die Junge Bläserphilharmonie und die Ulmer Spatzen. Dirigent der Aufführungen wird Münsterkantor Friedemann Johannes Wieland sein. Komponist Elia war schon eine Woche lang in Ulm und hat sich die Ensembles angehört, deren musikalische Möglichkeiten geprüft. Und er hat, erzählt Wieland, nicht zuletzt die Glocken des Münsters "gecastet", auf dem Münsterplatz die Schlagtonhöhen erkundet. Ein "Ulmer Oratorium" zum Münsterturmjubiläum geht ohne Glocken naturgemäß nicht. Wann wird die Partitur fertig sein? Gute Frage. Tatsache ist, dass die Ensembles spätestens Anfang Februar 2015 anfangen müssen, ihren Part zu proben. jük

Die Welt soll Ulm grüßen
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