Ulm / Ulrike Schleicher Bis Ende April bleibt der untere Teil der Römerstraße gesperrt. Ersatzparkplätze für Anlieger.

Baustellen verärgern meistens. Umso mehr, wenn man von ihnen überrascht wird und die unangenehmen Folgen tragen muss. So zumindest sehen das  Anwohner der unteren Römerstraße so – im Bereich ab Weikmannstraße bis zum Römerplatz sowie Anwohner des Leubewegs und der Schellingstraße. Die Gründe: die Vollsperrung der Römerstraße in diesem Gebiet und eine damit einher gehende veränderte Parksituation für alle Beteiligten.

Zahlreiche Baustellen in Ulm und Neu-Ulm fordern Verkehrsteilnehmer heraus. Eine Karte mit aktuellen Baustellen soll Abhilfe schaffen.

Stadt hat Anwohner nicht informiert

So sind 26 Parkplätze entlang der Römerstraße weggefallen. „Man kann sagen von heute auf morgen“, beschreibt es eine Anwohnerin. Die Stadt habe es nicht für nötig gehalten, die Anwohner im Voraus zu informieren, dass sie bis Ende April keinen Zugang mehr zu ihren Grundstücken und Parkplätzen haben. „Stimmt“, räumt Torsten Fisch, Leiter der Task Force Linie 2 der Stadt ein. Das sei im Eifer des Gefechts vergessen worden. Dafür entschuldige man sich.

Um einen Ausgleich zu schaffen sind dann laut Fisch in den darauffolgenden Tagen Anwohnerparkausweise ausgegeben worden – für Parkplätze in der Schellingstraße und im Leubeweg. Trotz des Parkausweises habe sie einen Strafzettel bekommen, sagt eine Anwohnerin und ärgert sich, dass sie das nun mit den Bürgerdiensten klären muss. Ärger auch bei den Anwohner der Seitenstraßen: Sie dürfen ihre Fahrzeuge straffrei nur noch um die Tankstelle herum an der Haßlerstraße abstellen und müssen längere Wege in Kauf nehmen.

Wegen der Verlegung der Straßenbahn-Trasse am Bahnhof Ulm fährt am Wochenende keine Straßenbahn.

Strafzettel am ersten Tag der Neuregelung?

Viele hätten „gleich am ersten Tag der Neuregelung“ Strafzettel kassiert, kritisiert ein Anwohner. Anrufe bei der Stadt, die um eine Erklärung baten, seien „mit arrogantem Tonfall“ abgetan worden. Es handle sich um öffentliche Parkflächen, die Stadt könne sie für ihre Zwecke umwandeln. Die Anwohner seien ab Freitag, 8. Februar, mit Schildern auf die neuen Umstände hingewiesen worden, sagt der Baustellenbeauftragte Werner Reichert. „Das muss reichen, um sich darauf einzustellen.“ Er wisse nichts davon, dass gleich ab Montag Strafzettel verteilt worden seien – eine konsequente Kontrolle sei jedoch nötig, damit die Regelung eingehalten werde.

Gleichwohl könnten die Anwohner bald ein paar ihrer angestammten Stellplätze zurück erhalten. „Wahrscheinlich brauchen wir nicht alle 26 Plätze“, sagt Reichert. Dann könne man die Anwohner-Parkausweisregelung am Reichenauerweg enden lassen.

Immerhin haben die Stadtwerke (SWU) als Bauherr einen Müllabfuhr-Service für das von der Sperrung betroffene Gebiet während der Bauzeit eingerichtet, sagt Reichert. Ein Mitarbeiter holt Mülleimer und Gelbe Säcke ab und bringt sie an eine Sammelstelle, erklärt Reichert. Die Stadtwerke hätten die Anwohner informiert.

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Wie geht es weiter?

Bauverlauf Die Baustelle am Eingang der Sedanstraße Richtung Westen werde Ende März beendet, sagt Torsten Fisch von der Stadt. Die Vollsperrung der unteren Römerstraße (siehe Artikel) werde Ende April aufgehoben. Und sämtliche Umleitungen sowie Einbahnstraßenregelungen am und um den Römerplatz würden im Mai aufgelöst und die ehemaligen Verkehrsführung gelte wieder.