Konzert „Mehr Oldschool geht gar nicht“

Von Zürich nach Neu-Ulm: Rock-Poet Bob Dylan.
Von Zürich nach Neu-Ulm: Rock-Poet Bob Dylan. © Foto: dpa
Ulm / Helmut Pusch 12.04.2018

Kommt er, oder kommt er nicht? Das war die Frage, die sich die Schwedische Akademie monatelang stellte, nachdem sie 2016 Bob Dylan den Literatur-Nobelpreis zugesprochen hatte:  Er kam nicht, sondern schickte Patti Smith, die an seiner Stelle die Dankesrede hielt und den Preis entgegennahm. Doch heute kommt er, dieser bislang einzige Musiker, der den Nobelpreis bekommen hat – in die Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena. Dort macht  der 76-Jährige auf seiner  Never­ending-Tour, auf der er jährlich immer noch rund 100 Konzerte gibt, Station.  3700 Zuhörer werden dabei sein. Die Halle war schon seit Wochen ausverkauft, aber weil Tickets nicht abgeholt wurden, gibt es noch einige Dutzend Karten an der Abendkasse, sagt Ortsveranstalter Marc Oswald von Vaddi Concerts.

Gestern trat Dylan im Hallenstadion in Zürich auf, morgen wird er in Salzburg auf die Bühne gehen. Da liegt Ulm fast auf dem Weg. Und Dylan wird wahrscheinlich im Nightliner anreisen, so heißen die speziell ausgebauten Tournee-Busse mit Schlafkojen für die Musiker. „Das  war zumindest die letzten paar Konzerte so, die wir mit Dylan veranstaltet haben“, erzählt Oßwald. Auch diesmal habe man keine Anweisungen erhalten, um etwa Lande- und Startgenehmigungen zu beantragen. „Dylan ist nicht Elton John“,  sagt Oßwald: Bekanntlich legt der Brite  Wert darauf, mit seinem Privatjet abends noch nach London zu fliegen, um im heimischen Bett zu nächtigen.

Apropos Bett: „Dylan wird nach dem Konzert wahrscheinlich gleich weiterfahren“, schätzt Oßwald. „Wir haben auf jeden Fall kein Hotel für ihn gebucht.“ Um das Catering, also die Verpflegung des Stars, muss sich der Veranstalter ebenfalls nicht kümmern. „Dylan bringt sein eigenes Catering mit.“

Und auch was die technische Seite des Abends angeht, ist bei Dylan alles eine Nummer kleiner als bei anderen Stars, die die Ratiopharm-Arena ausverkaufen. Alles, was Dylan für seinen Auftritt braucht, passt in vier Sattelschlepper. Zum Vergleich: Bei der Unplugged-Tour Peter Maffays standen 14 solcher Trucks vor der Halle.

„Bei Dylan steht allein die Musik im Mittelpunkt. Da gibt es keine Videoleinwände oder riesige Lichtanlagen. Das würde auch nicht zu Dylan passen, das würde sein Publikum auch nicht mögen. Dylan ist Oldschool. Mehr Oldschool geht gar nicht. Die  Lichtanlage ist klein, wird aber stets passend eingesetzt.“ Und zumindest bei der letzten Tournee, die Oßwald für Dylan betreute, gab es auf der Bühne statt moderner LEDs auch noch richtig alte Scheinwerfer.

Und noch etwas ist seit Jahren gleich: Es herrscht Fotografier-Verbot während des Konzerts, für die Medien, aber auch für das Publikum. „Dylan hat immer Leute dabei, die das während des Konzerts kontrollieren“, warnt Oßwald.

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