Weiterbildung „Man kann so viele Eier essen wie man will“

Patric Heizmann nahm kein Blatt vor den Mund: „Die Angst vor dem Fett hat uns fett gemacht.“
Patric Heizmann nahm kein Blatt vor den Mund: „Die Angst vor dem Fett hat uns fett gemacht.“ © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Carolin Stüwe 13.10.2018

Richtig sarkastisch konnte der smarte Ernährungs-Comedian Patric Heizmann sein, als er seinen rund 200 Zuhörern drohte: „Manche fangen mit 65 an zu sterben, werden aber erst mit 80 beerdigt.“ Oder: „Je länger zwei Partner im Leben zusammen sind, desto dicker werden sie.“ Trotzdem amüsierte sich das Publikum köstlich beim Südwest Impuls, einem Weiterbildungsformat der SÜDWEST PRESSE im Stadthaus.

Der Entertainer, der jede essentielle Fettsäure und alle Sexualhormone beim Vornamen kennt, verstand es, mit Witz und Wissen zu beeindrucken. Der 44-jährige Familienvater strotzte geradezu vor Energie. Ja, er sei seit seiner Ernährungsumstellung in den vergangenen 24 Jahren nie mehr ernsthaft krank gewesen – und das trotz seiner beiden kleinen Kinder, die gerne Viren aus dem Kindergarten mitbringen. „Ich selbst habe als 16-Jähriger extrem viel Süßes gegessen, Schokoriegel im weißen Brötchen“, gab er zu und schnitt dabei Grimassen.

Denn: Wer zu viel Zucker und weißes Mehl, also Kohlenhydrate isst, dessen Zuckerspiegel steigt immens, der Körper schüttet zum Abbau vermehrt Insulin aus und verlangt danach bald schon wieder nach Süßem. „Dieses Auf und Ab schadet dem Organismus“, warnte Heizmann. Das Gefäßsystem leide, und da meist Zucker  im Überschuss konsumiert wird, werden die Menschen dick, weil sie so viele Kohlenhydrate gar nicht verbrennen können. Anders bei muskulösen Sportlern: „Da arbeiten die Kraftwerke im Körper rund um die Uhr, auch im Schlaf.“

Katze bekommt das Beste

Aber was darf man denn nun essen? „Eier, Eier, so viel wie Sie wollen“, rief Heizmann laut ins Publikum. Denn die Sache mit dem Cholesterin sei ein Ammenmärchen. Ein Eigelb enthalte alles, was so ein Küken bis zum Schlüpfen braucht. „Sie aber geben das Eigelb Ihrer Katze, die ein glänzendes Fell bekommt und Ihnen brechen die Fingernägel ab“, hielt der Comedian seinen Zuhörerinnen den Spiegel vor.

Mal ernsthaft: Uns fehlen vor allem lange Zeit satt machende Eiweißquellen wie Nüsse, Hülsenfrüchte und Fleisch – „aber kein billiges aus dem Supermarkt“. Wer abnehmen will, solle einfach auf Nudeln und Brot weitgehend verzichten. Stattdessen könne man ruhig eine gut abgeschmeckte, aber fetthaltige Soße übers Gemüse geben oder einen Käse schmelzen lassen. Man brauche keine Angst vor Fett zu haben, ungesättigte Fettsäuren seien überaus wichtig.

Fazit: Kalorien zu zählen, lehnt Heizmann grundlegend ab. Denn zwischen 2000 Kilokalorien Zucker und 2000 Kilokalorien Linsensuppe liegen ernährungstechnisch Welten. Und man solle bewusst dreimal täglich eine Mahlzeit zu sich nehmen, nannte Heizmann buchstäblich Faustregeln für die jeweilige Proteinmenge: bei Quark und Hüttenkäse ist die eigene Faust der Maßstab, bei Fleisch und (fettem) Fisch ist es die Handfläche, bei flüssigen Eiweißquellen wie Buttermilch sind es zwei Fäuste – für ein Halleluja bei der nachhaltigen Diät.

Immun gegen Zeiträuber

Termin Der nächste Südwest-Impuls-Vortrag ist am 15. November, 19.30 Uhr im Stadthaus. Cordula Nussbaum, Expertin fürs Zeitmanagement, spricht über Zeiträuber.  Anmeldung: www.sprecherhaus-shop.de

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