Performance „Klangstrom“: Vom Münster zur Burg und zurück

Ulm / Claudia Reicherter 09.12.2018
Ein letztes Mal „Stürmt die Burg!“: Die Performance „Klangstrom“ rundete das Programm rund um die Wilhelmsburg passend ab.

Es ist nicht alles Publikums-Renner, was trendgerecht „Pop-up-Space“ heißt. Dennoch rundete die anspruchsvolle Performance „Im Klangstrom“ inmitten des Weihnachtsmarkt-Trubels am Wochenende das zurückliegende, letztlich ein ganzes halbes Jahr umspannende Programm rund um die Wilhelmsburg passend ab.

Was die Künstlergruppe um die Stuttgarter Foto- und Bewegtbildkünstlerin Renate Hoffleit (68) und den Wormser Klangkünstler Michael Bach Bachtischa (60) da an zwei Tagen abwechselnd im und ums Münster und auf der Wilhelmsburg darboten – Respekt. Diese „Ulmer Vertonungen“ hatten Format und Klasse, auch wenn sie zumindest am geschäftigen Samstag nicht viele Zuschauer zum Innehalten bewegen konnten. Dabei taten die Momente der Entschleunigung zur virtuell-fließenden Wand-Rosette über den realen Buntglasfenstern, zur experimentellen Stimmperformance Angelika Meyers mit Jandl- und Stein-Texten, zum schwummerigen Blautopf-Close-up-Video auf Bachs didgeridooartig via Cello und Röhren verfremdete „Chaconne“ so gut. Dieses Finale machte richtig Lust auf „Stürmt die Burg 2019“.

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