Landtagswahl „Katta“ reißt die Grünen mit

Wahlkämpfer im Barfüßer: Katharina Schulze und Klaus Rederer.
Wahlkämpfer im Barfüßer: Katharina Schulze und Klaus Rederer. © Foto: Edwin Ruschitzka
Neu-Ulm / Edwin Ruschitzka 24.08.2018

33 Jahre jung und Spitzenkandidatin der Grünen für die bayerische Landtagswahl am 14. Oktober: Frontfrau Katharina Schulze, „Katha“ genannt, die Söder und Co. den Kampf ansagt, wollen am Mittwochabend Barfüßer-Saal gut 60 Besucher erleben. Und das sind nicht nur eingefleischte Grüne, sondern auch Mittelstandsvertreter Karl-Heinz Raguse, SPD-Direktkandidat Daniel Fürst oder andere Gäste, die zu erkennen geben, dass sie grüner Politik nicht allzu viel abgewinnen können.

Die Grünen haben ein anderes Format gewählt. Keine ellenlangen Reden, die das Parteivolk an diesem heißen Abend einschläfern, sondern kurze Statements von Katharina Schulze und dem Neu-Ulmer Direktkandidaten Klaus Rederer. Dafür viel Raum für die offene Diskussion. Und die findet statt, auch sehr lebhaft. So gibt ein Zuhörer aus Senden zu erkennen, dass er von der grünen Migrationspolitik nicht allzu viel hält, dass deren Umweltbewusstsein am Verblassen sei. „Wenn Menschen vor Krieg und Terror fliehen, ist es unsere verdammte Pflicht zu helfen“, entgegnet Schulze unter viel Beifall.

Digitalisierung und Bürgerrechte sind die Kernthemen. Die Grünen beklagen, dass bei der Digitalisierung in Bayern zu wenig vorangehe, dass sich der Freistaat dank des neuen, von der CSU durchgedrückten Polizeiaufgabengesetzes von liberalen Positionen verabschiede. Gegen die Einschränkung der Freiheits- und Grundrechte würden Tausende mittlerweile demonstrieren. „Die Demokratie darf nicht scheibchenweise sterben.“

Aber Katharina Schulze sieht Licht am Horizont: „Ich freue mich, dass in 53 Tagen die absolute Mehrheit der CSU Geschichte sein wird“, sagt sie. Und sie sieht eine mögliche Koalition mit der CSU kritisch-positiv: „Mit uns kann man jederzeit über eine weltoffene und ökologische Politik sprechen, nicht aber über eine autoritäre Politik. Und wir haben viele Ideen für Bayern.“ Die umzusetzen gehe in Verantwortung besser. Und das klingt dann doch so ähnlich wie eine Regierungsbewerbung.

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