Theater Neu-Ulm „Illusionen einer Ehe“ im Theater Neu-Ulm

Verdrießliches Gespräch: Jeanne (Claudia Riese), Maxime (Heinz Koch) und Claude (Thomas Giegerich).
Verdrießliches Gespräch: Jeanne (Claudia Riese), Maxime (Heinz Koch) und Claude (Thomas Giegerich). © Foto:  Theater Neu-Ulm
Christa Kanand 28.12.2017
Claudia Riese inszeniert im Theater Neu-Ulm die Komödie „Illusionen einer Ehe“. Alles dreht sich um die Fragen: „Wie viele?“ und „Wer?“

Hand aufs Herz, wie würden Sie reagieren, wenn Ihr Partner aus heiterem Himmel fragt: „Wie viele Seitensprünge hattest du in unserer Ehe“? Um diese Frage, um Eifersucht, Liebe, Freundschaft, Lügen und Eitelkeiten dreht sich der Bühnenerfolg „Illusionen einer Ehe“ des französischen Autors Eric Assous. Mit der am zweiten Weihnachtsfeiertag viel beklatschen Komödien-Premiere steuert das Theater Neu-Ulm voller Schwung in die Spielzeit 2018. Pointierte Dialoge, überraschende Wendungen, bravouröse wie glaubwürdige Protagonisten amüsieren in der Ménage à  trois.

Das ewig junge Thema hat Claudia Riese  mit genauem Blick für die Charaktere boulevard­erfahren inszeniert. Leichte Kost mit Wiedererkennungswert für das unterhaltungswillige Publikum,  ohne dick aufzutragen.

Wegen einer Absage zeichnet Riese  auch für die Regie verantwortlich, überdies fasziniert sie in der Rolle der attraktiven und eleganten ­Jeanne. Seit Jahren ist diese mit Maxime (Heinz Koch) verheiratet. Während er die Zeitung liest, quält sie sich mit einem  Kompostsack ab – und mit  der  „Bestandaufnahme“ ihrer Ehe. Wie halt oft im richtigen Leben.

„Wie viele?“, fragt Jeanne beiläufig. „Wie viele was?“, kommt Maximes Gegenfrage. Seiten­sprün­ge, Bettgeschichten, Affären sollen gebeichtet werden. Die Beiden in den besten Jahren  machen einen Deal: „Wenn Du auspackst, pack ich auch aus.“ Er windet sich, gesteht nach einem Hin und Her: zwölf: Sie prompt:  einer – immerhin über neun  Monate. Das zahlenmäßige Missverhältnis im ehelichen Match verkompliziert alles. Die Terrasse wird zum Ort eines verbalen Ping-Pong-Spiels.

Wiederholungstäter Maxime im Knitterlook verharmlost mit „je höher die Zahl, desto geringer der Einzelfall“ seine eigenen Eskapaden als „nur körperlich“, quasi  kurze „Unfälle“. Im Hickhack behält Jeanne überlegen süffisant die Oberhand, während Maxime sich in Rage redet und beharrlich nach dem Namen bohrt. Ist etwa  sein bester Freund  Claude (Thomas Giegerich) – Tennisspieler, kürzlich geschieden, momentan arbeitslos – „die Affäre“? Beim Mittagessen gerät der potenzielle Kandidat („Hat sie’s gern mit dir getrieben?“) ins  Kreuzverhör. So manche Enthüllung kommt zum Vergnügen der Premieren-Besucher auf den Tisch. Auch der Name von Jeannes Liebhaber? Man darf gespannt sein.

Info „Illusionen einer Ehe“ im Theater Neu-Ulm: wieder am Freitag und Samstag, jeweils 20 Uhr. Infos und Karten:  www.theater-neu-ulm.de