Zehnkämpfer Arthur Abele trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein

Ulm / Henri Gallbronner 21.09.2018
Zehnkampf-Europameister Arthur Abele durfte sich ins goldene Buch der Stadt Ulm eintragen. Der Leichtathlet hat mit den Olympischen Spielen 2020 bereits das nächste Ziel im Visier.

Auf „die Wurst am Himmel“ freut sich Oberbürgermeister Gunter Czisch – gemeint sind damit die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Bis dahin will Zehnkampf-Europameister Arthur Abele noch weiter machen: „Da nochmal eine Medaille zu gewinnen ist mein Lebenstraum“, sagte der 32-Jährige, bevor er am Donnerstag seine Unterschrift ins Goldene Buch der Stadt setzte.

Für den stolzen Familienvater, der mit seiner Verlobten  Susann und Sohn Jay erschienen war, gab es vom OB allerdings keine Wurst, sondern eine Tafel Schokolade – befestigt an einem Stabhochsprungstab. Czisch lobte in seiner Rede nicht nur Abele, sondern die gesamte Arbeit der Leichtathletikabteilung des SSV Ulm 1846: „Das ist ja eine Truppe, die wohl die beste Truppe im Zehnkampf weltweit ist.“ Folglich durften zum Gruppenfoto mit OB auch die anderen erfolgreichen Athleten des SSV 46, Alina Reh, Mathias Brugger, Stefanie Dauber und Tim Nowak, mit auf die Treppe zum Sitzungssaal.

Dass der Empfang erst eineinhalb Monate nach der EM stattfand, lag am vollen Terminkalender des Protagonisten: Schließlich ist die Freiluftsaison der Zehnkämpfer erst jetzt vorbei. „Wir wollen Sie ja nicht im Tatendrang Ihrer Wettkämpfe stören, sagte Czisch. Beim abschließenden Meeting im französischen Talence hatte Abele den zweiten Platz belegt und sich damit den mit einer Prämie von 30.000 Dollar dotierten Sieg in der IAAF Combined Events Challenge gesichert. Über allem stand allerdings der Weltrekord von Kevin Mayer: Der Franzose nahm Abele mit seinen 9126 Punkten über 800 Punkte ab. „Es war einfach nur faszinierend, dabei zu sein“, so der Ulmer.

Enormer Medienrummel

Noch lieber blickt er natürlich auf seinen eigenen Triumph im Berliner Olympiastadion zurück: „Man fühlt sich wie ein neuer Mensch“, schwärmt Abele. Der Medienrummel um ihn sei enorm gewesen. „Das war ja fast ein 24-Stunden-Job.“ Vom Morgenmagazin bis zwei Uhr nachts habe es gedauert, alle Anfragen abzuarbeiten. Das habe er jedoch gerne getan, „um zu zeigen, dass es noch andere sehenswerte Sportarten außer Fußball gibt.“

Bei alldem hört der Europameister nicht auf zu betonen, wem er seinen Erfolg zu verdanken hat: Seiner Familie und seiner Heimat. „Ich liebe Ulm“, so Abele: „Es ist so eine schnuckelige Stadt, die einfach alles hat.“ Auch in seinem Heimatort Hüttlingen habe er einen „tollen Background“. Beim Empfang dort vor drei Wochen erwiesen ihm 300 Menschen die Ehre.

Nun kann sich der König der Leichtathleten erst mal erholen, und zwar beim „Club der Besten“ der Sporthilfe. „Das ist mehr oder weniger Urlaub mit Sportlern, die alle Medaillen gewonnen haben“, erklärt Abele. Dabei sind unter anderem Olympiasieger von Pyeongchang. Er freue sich, auch mal Sportler aus anderen Disziplinen kennen zu lernen.

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Unterstützer für Olympische Spiele gesucht

Projekt „Der Weg nach Tokio“ heißt das Projekt der Leichtathletikabteilung des SSV Ulm 1846 im Vorfeld der nächsten Olympischen Spiele in Japan. Bereits seit zwei Jahren können sich Unternehmen und Privatpersonen an der Aktion beteiligen. „Jedes Jahr gibt es ein Hauptevent“, erklärt Florian Wacker, stellvertretender Abteilungsleiter beim SSV 46. Dieses Jahr war das die EM in Berlin, nächstes Jahr steht die WM in Doha im Fokus. Für das Sponsoring gibt es Kategorien in den Medaillenmetallen Gold, Silber und Bronze.

Lohn Als Gegenleistung erhalten die Gönner zum Beispiel Newsletter oder Trikotwerbung. „Da gibt es ganz individuelle Möglichkeiten“, so Wacker. So hätten auch Unternehmen Mitarbeiter zum gemeinsamen Training mit den Zehn­kamp­fstars geschickt: „Wir haben da ganz viele Ideen, wie wir dieses Miteinander gestalten können.“ Allerdings habe man auch einige stille Sponsoren. hga

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