Komiker „Hör auf zu lachen, mach’ dich hässlich“ – Krömer im Roxy

Kurt Krömer, der Komiker fürs Grobe.
Kurt Krömer, der Komiker fürs Grobe. © Foto: dpa
Ulm / Sandra Kolb 16.09.2017
Der Kult-Komiker Kurt Krömer trat am Donnerstag mit seinem Programm „Heute stimmt alles“ im Roxy auf. Das Publikum feierte seine derben Sprüche.

Po­li­ti­cal Cor­rect­ness sucht man bei Kurt Krömer vergebens. So werden bei dem Komiker aus Neukölln Reformhaus-Mitarbeiterinnen zu „Ökotrullas in Walle-Walle-Kleidern, die man damals die Treppe runtergeschubst hat“. Am Donnerstagabend trat Krömer, der eigentlich Alexander Bojcan heißt, im Roxy auf. Er präsentierte sein Programm „Heute stimmt alles“.

Die Werkhalle war fast ausverkauft. Das Publikum? Eine bunte Mischung: von Jackett- bis Jeansjackenträgern, von Bier- bis Weintrinkern, von Mittzwanzigern bis Mittfünfzigern. Sie alle toben, als Krömer zur Marschmusik die Bühne betritt. Der Grimmepreis-Träger trägt ein lila Hemd mit einer altmodischen grauen Anzugjacke und eine orange Krawatte. Dazu seine charakteristische schwarze Kastenbrille. Krömer, das ist ein rechtschaffener Kleinbürger, der sich mit seinem Berliner Dialekt über die Welt aufregt und derbe Sprüche ablässt. So lästert der 42-Jährige über Verkäufer im Baumarkt, die nie da sind, wenn man sie braucht: „Die sind wie Chamäleons. Die können die Farbe von dem Produkt annehmen, wo sie stehen.“ Und er verhöhnt die Kirche: „Ein Kirchenbeauftragter warnte  vor sexuellem Missbrauch durch Flüchtlinge. Wir müssen auf die hören. Die kennen sich schließlich aus.“

Auch das Publikum bleibt nicht verschont. Im Roxy leckt er einem Zuschauer das Gesicht ab. Er raunzt: „Es wird nicht geklatscht, sonst hack’ ich dir die Hand ab.“ Dann steckt sich Krömer eine Zigarette an. „Schwangere hier?“ „Ja.“ „Dann geh’ raus.“ Das ist Krömer. Derbe, direkt, respektlos. Die Zuschauer lieben ihn dafür.

Noch mehr aber, wenn er sich selbst verhöhnt: „Kurz bevor ich sterb’, werd’ ich mir 40 Kilo anfressen, so dass die Sargträger denken, so ein hinterfotziges Arschloch“. Lautes Gelächter. Als er sich das Hemd aufknöpft und mit seiner Wampe und seinen Nippeln spielt, rasten die Zuschauer aus. „Ich bin so oft alleine auf Tour.“

Der Komiker kaut auch älteste Themen wie Veganer und den Berliner Flughafen durch. Das stört die Zuschauer aber nicht.  Krömer erzählt von seinem veganen SM-Studio: „Mit Scheiblettenkäse werd’ ich sie auspeitschen. Und mit H-Milch anspucken.“ Der Kult-Komiker kann sagen, was er will. Seine Fans krümmen sich vor Lachen.