Ausstellung „Gegensätze?“: Ausstellung im Künstlerhaus

Reisigobjekt von Norbert Klaus vor einem Plexiglasobjekt Klaus Joas’.
Reisigobjekt von Norbert Klaus vor einem Plexiglasobjekt Klaus Joas’. © Foto: Otfried Käppeler
Ulm / käl 06.12.2018

Norbert Klaus bevorzugt für seine Objekte das Naturmaterial Reisig, Klaus Joas fluoreszierendes Plexiglas. Also nennen sie ihre Ausstellung im Künstlerhaus „Gegensätze?“. Gegensätze  – ist aber nur die halbe Wahrheit, soll wohl das Fragezeichen bedeuten.

Die neuen, extrem reduzierten Holzobjekte aus gefrästem Reisig von Norbert Klaus aus Weidach zeigen die Nähe zur gewachsenen Form, wenn er etwa lange Ruten zu einem Quader formt. Hatte er früher das Reisig eng gesteckt und dann geformt, bildet er nun mit dem Material ein transparentes, offenes Volumen aus.

Transparent sind auch die Wandobjekte aus Plexiglas in Gelb, Grün und Orange von Klaus Joas aus Aalen. Seine Kompositionen, ob plan oder dreidimensional, haben das Quadrat als Grundform, womit sie deutlich der konkreten Formensprache verpflichtet sind. Das Starre des Materials wird von seiner lichten Transparenz aufgehoben, und man kann sagen, dass das eigentliche Material hier das Licht ist, das über verschiedene Kantenschliffe der Plexiglasplatten und durch Überlagerungen die Farbwirkung entwickelt.

Klaus’ Arbeit drehe sich „um die Idee des Natürlichen in der Kunst, wie die Natürlichkeit in einer künstlerischen Form bewahrt werden kann“, sagte Martin Mäntele, Leiter des Ulmer HfG-Archivs, in seiner Einführung zur Ausstellung. Wenn Joas auch künstliche Materialien verwende, so sei bei ihm wie bei Klaus das Streben nach Ordnung und Klarheit, nach Struktur und Gliederung vorhanden. Gegensätze? Die Frage ist nicht nur rhetorisch. Eine klare Formensprache bevorzugen beide Künstler, ihre Ausdrucksformen sind aber gegensätzlich (bis 16..Dezember: Do/Fr 14-18, Sa/So 11-16 Uhr. Am 5. und 6. Januar sind die Künstler anwesend).

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