Fahrrad-Clubs "Es gibt viel aufzuholen" - Mehr Sicherheit für Radfahrer

Nicht immer ganz einfach und manchmal auch gefährlich: Radfahren in Ulm.
Nicht immer ganz einfach und manchmal auch gefährlich: Radfahren in Ulm. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm/Neu-Ulm / RUDI KÜBLER 12.03.2016
Mehr Sicherheit für Radfahrer - das ist das Ziel der Städte. Was sagen dazu die Fahrrad-Clubs Ulm und Neu-Ulm? "Heute sind Sachen möglich, die vor 20 Jahren undenkbar waren." Aber auch viel Kritik wird laut.

710 Kilometer Radwege werden im Landkreis Neu-Ulm neu beschildert - mit insgesamt 1700 Tafeln. Die Stadt Neu-Ulm wird den kombinierten Rad- und Gehweg unterhalb der Gänstorbrücke noch in diesem Jahr bauen. Und hinzu kommen zwei Fahrradstraßen: eine im Steinhäulesweg vom Donausteg in Richtung Offenhausen, die andere in der Schießhausallee in Richtung Donau. "Die Stadt Neu-Ulm signalisiert, dass sie die Radwege sicherer machen will", sagt Walter Radtke. Also alles gut? Nein, keineswegs, widerspricht der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Neu-Ulm.

"Am Allgäuer Ring musste erst ein Radfahrer sterben, ehe jetzt über Umbaumaßnahmen beraten wird. Dabei sind die Zahlen seit Jahren deutlich." Radtke hofft, dass dieser Unfallschwerpunkt in Bälde entschärft wird. Nächste Woche will der ADFC Neu-Ulm dort ein so genanntes Ghostbike aufstellen, ein grau gespritztes Rad als "Gedenken und Mahnung", so Radtke. Zweiter Unfallschwerpunkt: die Memminger Straße mit ihren vielen Ein- sowie Ausfahrten und den zwei Radwegen auf jeder Straßenseite. "Die Autofahrer rechnen einfach nicht mit den Radfahrern, die aus der anderen Richtung kommen", sagt Radtke.

Und in Ulm? Auch hier sind Änderungen zum Positiven zu erkennen, "Dinge, die noch vor 20 Jahren undenkbar waren, sind heute möglich", sagt Katrin Voss-Lubert, Vorsitzende des ADFC Ulm/Alb-Donau. Andere Städte seien weiter, "wir haben hier viel aufzuholen". Die dritte Fahrradstraße, die schon seit Jahren im Gespräch ist, soll 2016 endlich realisiert werden: die Zeitblomstraße als wichtige Ost-West-Achse, wie Wolfgang Matheis, Stellvertretender Vorsitzender des Ulmer Kreisverbands, sagt. Wobei die Erfahrungen mit der ersten Fahrradstraße, der Wörthstraße, durchaus unterschiedlich seien. "Der motorisierte Verkehr hält sich nicht an die Regeln, also daran, dass der Radverkehr Vorrang hat."

Wenig Begeisterung ist den ADFC-Vorsitzenden beim Thema "Radverkehr in der Neuen Mitte" anzumerken. Der Schutzstreifen für Radler sei zwar richtig, "das Konzept aber von Anfang an wenig durchdacht", kritisiert Matheis die Hauptroute durch die Stadt. Ob die Nachbesserungen helfen? Mattheis: "Das ist eine absolut chaotische Lösung des Radverkehrs."

Programm 2016 mit 74 Radtouren

Broschüre 74 Radtouren bieten die Kreisverbände ADFC Ulm/Alb-Donau und Neu-Ulm: für Familien, für Rennradfahrer oder Mountain-Biker. Für Mitglieder sind die Touren kostenfrei, Nichtmitglieder zahlen 4 Euro für die Tagestour, 2 Euro für die Halbtagestour. Abendtouren sind kostenlos. Im ADFC-Mitgliedsbeitrag (56 Euro pro Person) ist eine Pannenhilfe enthalten. Die Broschüre kann über www.ADFC-Ulm.de heruntergeladen werden. Sie liegt im ADFC-Infoladen, Pfauengasse 28, in Bibliotheken, bei Radhändlern und im Stadthaus aus.

 

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