Auch wenn der meteorologische Frühling offiziell bereits begonnen hat, bewegen sich die Temperaturen nur sehr langsam aus dem Keller. Wärmendes aller Art kommt da sicher vielen immer noch sehr gelegen. „Im Moment geht temperaturbedingt so ziemlich alles“, sagt Christine Fahrenkamp, die in ihrem Geschäft in der Walfischgasse neben Gewürzen vor allem Tee verkauft. Doch welcher Tee ist für wen eigentlich geeignet? Und was muss bei Einkauf und Zubereitung beachtet werden, damit der Genuss auch einer wird?

Beutel oder loser Tee? Da sind sich die Kenner ganz schnell einig. Eindeutig loser Tee! „Ein gescheiter Tee ist immer offen“, erläutert Christine Fahrenkamp mit Vehemenz: „Das ist wie mit Kaffee in Kapseln – man hat keinen Einfluss auf den Inhalt.“ Natürlich ist der Beutel bequemer, macht weniger Umstände und deutlich weniger Sauerei bei der Zubereitung. Beutel rein, Wasser drüber, ziehen lassen und dann den Beutel in den Müll. Aber man weiß einfach nicht, was letztlich drin ist.

Gerade darauf legen Tee-Liebhaber aber wert, sie wollen das Aroma riechen, die Konsistenz sehen und letztlich auch mit der Menge variieren. Wer kein Tee-Ei, ein Netz oder Sieb für offenen Tee verwenden will, kann sich auch Beutel zum Füllen kaufen. Es gebe durchaus qualitativ hochwertigen Tee im Beutel, sagt Christine Fahrenkamp: Dafür müsse man aber so tief in die Tasche greifen, dass die Nachfrage dafür sehr niedrig sei.

Die Zubereitung Für die Zubereitung ist – neben der Ziehzeit – hauptsächlich die Wassertemperatur entscheidend. Grundsätzlich gilt, je heißer das Wasser, umso kürzer ist die Ziehdauer. Das ist aber nur eine Faustregel. Prinzipiell muss man sich für jeden Tee erkundigen, wie heiß er es mag. Einfach den Wasserkocher auf Volldampf und dann drüber gießen, ist jedenfalls nicht für jede Sorte richtig. Besonders empfindlich ist grüner Tee. Anders als andere Sorten, dürfe der nicht mit kochendem Wasser aufgegossen werden. „Da sollte man das Wasser etwas abkühlen lassen“, sagt Christine Fahrenkamp. Besonders bei japanischen Tees empfiehlt die Fachfrau eine niedrigere Temperatur von circa 70 Grad: „Die werden sonst ganz schnell bitter.“ Das gilt ähnlich für weißen Tee.

Grüner oder schwarzer Tee? „Das ist im Prinzip reine Geschmackssache“, meint die Fachfrau: „Das Einzige, was man beachten muss: Beide enthalten Teein und sind deshalb für Kleinkinder nicht geeignet. Viele Leute meinen immer, der grüne Tee sei ein Kräutertee, das stimmt aber nicht.“ Sowohl grüner als auch schwarzer Tee werden aus der Teepflanze gewonnen, der Unterschied liegt lediglich in der Verarbeitung. Wer das Teein – im Grunde nichts anderes als Koffein – nicht verträgt, sollte auf Früchte- oder Kräutertees zurückgreifen.

Was heißt „aromatisiert“? Aromatisiert wird ein Tee, um ihm zum Beispiel den Geschmack von Zitrusfrüchten hinzuzufügen. „Zitrusaromen bekommt man nicht über die Schale in den Tee“, erklärt Fahrenkamp. Aromatisierter Tee enthält – zumindest, wenn im Fachgeschäft erworben – keine Chemie. Verwendet werden bei Zitrusfrüchten ätherische Öle. Will man beispielsweise ein Erdbeeraroma, nimmt man eingedickten Fruchtsaft, der für den Aromatisierungsvorgang mit Alkohol versetzt wird. Der Tee werde dann, so Fahrenkamp, in eine Art „riesige Waschmaschine“ gefüllt. Diese Trommel rotiert und die Aromaflüssigkeit wird durch Düsen auf den Tee gesprüht. „Anschließend lässt man den Tee offen stehen und dann verfliegt der Alkohol.“

Warum sind Früchtetees manchmal klebrig? Durch die eingedickten Fruchtsäfte, die Fahrenkamp als „Marmelade“ bezeichnet, klebt der fertig aromatisierte Früchtetee oft zusammen. Zucker werde dagegen nicht hinzugefügt: So enthielten 100  Gramm Tee lediglich 0,1 Kalorien – von dem Zucker oder Honig abgesehen, der zum Süßen in den fertigen Tee gegeben wird: „Das ist meines Erachtens zu vernachlässigen.“

Wie Tee nach Europa kam


Teegeschichte Nach Europa kam der Tee Anfang des 17. Jahrhunderts. Niederländer brachten per Schiff grünen Tee mit. 1644 lieferten sie den ersten Tee nach England.