Bauprojekt Grundsteinlegung der Sedelhöfe in Ulm

Bei der Grundsteinlegung legten OB Gunter Czisch (links) und Baubürgermeister Tim von Winning (Mitte) einen Stein aus den vor Ort gefundenen Resten des Geburtshauses von Albert Einstein in die Kassette. Rechts neben von Winning steht der geschäftsführende Gesellschafter von Projektentwickler DC, Lothar Schubert. Halb mit dem Rücken im Bild: DC-Baukkoordinator Christoph Röthemeyer.
Bei der Grundsteinlegung legten OB Gunter Czisch (links) und Baubürgermeister Tim von Winning (Mitte) einen Stein aus den vor Ort gefundenen Resten des Geburtshauses von Albert Einstein in die Kassette. Rechts neben von Winning steht der geschäftsführende Gesellschafter von Projektentwickler DC, Lothar Schubert. Halb mit dem Rücken im Bild: DC-Baukkoordinator Christoph Röthemeyer. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / Von Frank König 12.09.2018
OB Czisch baut bei der Grundsteinlegung auf die Sedelhöfe. Das DC-Projekt – auch mit Büros, Gastro und Wohnungen – wird 2020 fertig.

Ein Projekt, das schon einmal gefährlich auf der Kippe stand, ist nun auf gutem Weg. Bei der Grundsteinlegung für die Sedelhöfe erinnerte OB Gunter Czisch am Mittwoch an die wechselvolle Geschichte des Bauvorhabens, das sich über zehn Jahre erstreckt. Seit dem Einstieg des Hamburger Projektentwicklers DC 2015 habe sich freilich alles zum Guten gewendet. DC baue am Eingang zur City vom Hauptbahnhof her ein „ganz großes Stück Stadt“. Es entstehe außerdem in der Nähe der neuen Mobilitätsdrehscheibe am Bahnhof. Im Zuge der urbanen Architektur mit mehreren Gebäuden um den neuen Einsteinplatz würden die Sedelhöfe ein „attraktives Eingangstor“ zur City.

Für Czisch war es ein besonderes Anliegen, einen Mauerstein aus den an der Stelle ausgegrabenen Grundmauern des Geburtshauses von Albert Einstein in die später eingemauerte Kassette zu legen. Baubürgermeister Tim von Winning steuerte historische Bau- und Lagepläne des Einstein-Hauses bei. Für den Investor DC Developments und DC Values hatte Firmenchef Lothar Schubert Elbsand und eine „Hamburger Abendzeitung“ dabei, die mit den lokalen Zeitungen ebenfalls in die Kassette kamen.

„Vernetzung von Quartieren“

Schubert erinnerte an die erste Kontaktaufnahme mit der Stadt nach dem Aus von Erstinvestor MAB. Sie resultierte in einer auf dem Rückflug gezeichneten Skizze des Projekts, die später vom Kölner Architekturbüro Meyer Schmitz Morkramer verfeinert wurde. Zwischenzeitlich seien alle Projektbeteiligten Fans von Ulm, auch wegen kurzer Bearbeitungsfristen auf dem Rathaus.

Die Einzelhandelsflächen sollen im Frühjahr 2020 fertig werden, das Gesamtprojekt im Sommer. Schubert nannte die Sedelhöfe einen „Beitrag zur Vernetzung von Quartieren“ vor Ort, eine „Art Google Ulm“. Als Hamburger sei das Projekt für ihn außerdem „ein Anker in der Stadt“. Die 112 Wohnungen sorgten dafür, dass die Sedelhöfe 24 Stunden offen seien. Auch mit der Vermietung von 7500 Quadratmetern Flächen für Büro- und Arztpraxen mache man Fortschritte, das Angebot richte sich nicht zuletzt an Mittelständler und Start-ups.

Von den 18.000 Quadratmetern Handelsflächen hat DC nach Schuberts Worten ein Drittel vermietet: bekanntlich an Edeka und DM, außerdem einen nicht genannten Textiler. Namhafte Ankermieter stehen freilich noch aus. „Einzelhandel ist nicht einfach in diesen Tagen“, hatte Schubert bei einem Talk mit Journalisten vor der Grundsteinlegung gesagt. Er rechne freilich fest damit,  dass in den Sedelhöfen interessante, neue, innovative Konzepte für Handel und Gastronomie erprobt würden.

„Baustelle am offenen Herzen der Stadt“

OB Czisch erinnerte daran, dass er mit Schubert und den Projektsteuerern über die Jahre hinweg bestimmt 1000 E-Mails ausgetauscht habe. Die Sedelhöfe seien nicht zuletzt eine „Baustelle am offenen Herzen der Stadt“. Nach den Berechnungen Czischs beträgt das laufende Investitionsvolumen in Ulm etwa 600 Millionen Euro, allein für die Sedelhöfe mit dem hinzugezogenen Bahnhofplatz 7 sind es 250 Millionen. Die unweit entfernten Bürgerdienste kosten 20 Millionen – alles ohne die Neubaustrecke S 21, betonte das Stadtoberhaupt.

Als Teil der Grundsteinlegung im Festzelt am oberen Ende der Bahnhofstraße versteigerte DC-Chef Schubert auch ein Spaß-Sortiment von Gold Ochsen mit Helm, Gummistiefeln und Werkzeugkoffer für 2500 Euro: zugunsten eines Flüchtlingsprojekts der Waldorfschule Ulm, deren Schüler auch den Bauzaun gestalten. DC stockte um 2500 Euro auf. Außerdem nahmen 100 Leser der SÜDWEST PRESSE teil. Insgesamt waren es etwa 300 Gäste, die so einen erstklassigen Blick auf die Baugrube hatten, wo gerade die zweitunterste Ebene der Tiefgarage mit insgesamt 700 Plätzen entsteht.

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250

Millionen Euro investiert der Hamburger Projektentwickler DC Developments/DC Values in die Ulmer Sedelhöfe mit Zuwachs Bahnhofplatz 7. In diesen Neubau kommt mal ein Hotel.

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