Eselsberg Aktion der Polizei nach tödlichem Einbruch in Ulm

Auf großes Interesse stieß die Infoveranstaltung der Polizei.
Auf großes Interesse stieß die Infoveranstaltung der Polizei. © Foto: swp
Ulm / Hans-Uli Mayer 20.01.2018
Gut 200 Zuhörer kommen zu einer Info-Veranstaltung der Polizei zu einem besseren Einbruchsschutz am Eselsberg.

Ich finde es toll, dass die Polizei das macht, das hätte ich gar nicht erwartet. Ich habe viel gelernt.“ So wie Mandy Preuß haben am Donnerstagabend viele im Saal des Bürgerzentrums am Eselsberg reagiert. Gut 200 Menschen waren zu dem Info-Abend über besseren Einbruchsschutz gekommen – nicht zuletzt, um Neues über den Raubmord zu erfahren, der sich am Dreikönigstag in einem Haus am Veltlinerweg ereignet hatte.

Doch diese Hoffnung zerstreute der Leiter des Polizeireviers Ulm-West, Konrad Aichinger, gleich zu Beginn der Veranstaltung. Er bat um Verständnis, dass Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst sehr zurückhaltend informiert und erst auf Recherchen der SÜDWEST PRESSE hin angedeutet hatten, den Fall möglicherweise aufgeklärt zu haben.

Im Mittelpunkt der Polizeiarbeit stehe eben der Ermittlungserfolg – so wie insgesamt bei der Bekämpfung der Wohnungseinbrüche, die schon im zweiten Jahr deutlich rückläufig seien. Noch gebe es für 2017 keine offiziellen Zahlen, Aichinger bezifferte den Rückgang gegenüber 2016 aber mit gut 20 Prrozent. Mit ein Grund dafür seien auch die Kriminaltechniker, die zu den besten im Land gehörten. „Die Kollegen haben wirklich gute Arbeit gemacht am Eselsberg“, sagte Aichinger: „Noch verstehen wir im vorliegenden Fall nicht alle Zusammenhänge.“

Wie wichtig das Begreifen von Zusammenhängen aber für die Menschen ist, sagte stellvertretend Christine Gulde. Ihr Fazit nach dem Verbrechen am Veltlinerweg: „Das hat uns sehr erschreckt.“ Sie war zu dem Abend gekommen, um Informationen zu bekommen, wie man sich besser vor Einbruch schützen kann und ging mit dem Wissen, etwas tun zu müssen: „Und nun weiß ich auch, was zu tun ist.“

Wie wichtig es ist, sich Gedanken über einen besseren Schutz der eigenen vier Wände zu machen, zeigt die Zahl von 43 Prozent aller Einbrüche, die im Versuchsstadium stecken geblieben sind. Dies sei ein eindeutiger Beleg dafür, dass die Aufklärungsarbeit dazu geführt habe, dass Fenster und Türen mittlerweile besser gesichert seien, wie Bernd Heß von der Prävention im Polizeipräsidium sagte.

Einbrecher scheuen die Konfrontation mit Bewohnern und suchen sich Objekte aus, die schnell aufzubrechen sind. Ein gekipptes Fenster, eine alte Tür, heruntergezogene Rollläden – alle Zeichen, dass vermeintlich niemand zu Hause ist, kommen den Tätern zu Hilfe.

Ruß rät, Fenster und Türen zu sichern. Alarmanlagen oder Bewegungsmelder seien oft nicht die erste und wichtigste Maßnahme. Das Problem für die Sicherheit seien meist nicht längere Urlaube, weil dann alles gut verschlossen sei. Vielmehr seien es die kurzen Abwesenheiten, die Einbrechern Gelegenheit böten. Was helfe es schon, wenn eine Alarmanlage hupe. Dann sei der Täter eben in der Wohnung. Ziel müsse sein, genau dies zu verhindern, so Heß.

Zum aktuellen Stand der Ermittlungen

Beweisführung Nach Aussagen der Polizei arbeiten die Ermittler weiter an der Beweisführung für den Raubmord am Veltlinerweg. Wie berichtet, ist ein russisch-georgisches Ehepaar aus Ulm unter dem dringenden Tatverdacht verhaftet worden. Dem Vernehmen nach bestreiten die 46 und 39 Jahre alten Verdächtigen die Tat, die Spurenlage war aber ausreichend für die beiden Haftbefehle. Vor allem wird die Spur geprüft, in welcher Funktion die 46-jährige Frau wohl mehrfach in der Wohnung war, in der der erschlagene 59-Jährige mit seiner 91-jährigen Mutter lebte. Vieles deutet darauf hin, dass die 46-Jährige bei der  Pflege der alten Frau geholfen hat.