Ulm "Das Erbe von Magirus wahren"

Die Magirus-Villa auf dem Galgenberg: Von wegen abbruchreif, sagen die CDU-Stadträte Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Thomas Kienle. Foto: Privat
Die Magirus-Villa auf dem Galgenberg: Von wegen abbruchreif, sagen die CDU-Stadträte Dr. Hans-Walter Roth und Dr. Thomas Kienle. Foto: Privat
Ulm / HUT 03.01.2013
Gegen Pläne, anstelle der Magirus-Villa vom Galgenberg ein Appartementhaus zu bauen, wehren sich nun auch zwei vordere CDU-Stadträte: Fraktionschef Dr. Thomas Kienle und sein Vize Dr. Hans-Walter Roth.

"Vom Galgenberg kommt Protest: Die Magirus-Villa wird abgerissen und durch ein Appartementhaus mit Luxuswohnungen ersetzt. Das mag juristisch, wie im Ausschuss mitgeteilt wurde, in Ordnung sein. Rücksicht aber auf die Anwohner, die Ulmer Bevölkerung und alle anderen, die in Magirus eine herausragende Ulmer Persönlichkeit sehen, deren Erbe zu erhalten ist, wurde da keinesfalls genommen." Mit diesen Worten wenden sich der Ulmer CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Thomas Kienle und sein Stellvertreter Dr. Hans-Walter Roth an OB Ivo Gönner.

Das Duo greift das Anliegen einer sich stadtweit formierenden Bürgerinitiative auf - 160 Unterschriften wurden im Rathaus bereits vor Monatsfrist überreicht -, die den Abriss der Jugendstilvilla in der Fürsteneckerstraße verhindern möchte (wir berichteten). Kienle und Roth scheuen nicht die ganz großen Vergleiche, erinnern an das Karlsruher Schloss, das - ausgebrannt - nach dem Krieg zunächst weichen statt wieder aufgebaut werden sollte; an das Goethe-Haus in Frankfurt; an die Villa Krupp, die heute Weltkulturerbe sei. Dass im Fall der Magirus-Villa der Denkmalschutz nicht greife, sei "für Kunstkenner unbegreiflich". Über die Person Magirus zu diskutieren, sei müßig. "Er war ein klassischer schwäbischer Tüftler, Industrieller, ein Pionier." Doch stattdessen "lassen wir uns von einem Investor übern Tisch ziehen".

Fragen der streitbaren CDU-Räte: Wurde geprüft, ob die Stadt, durch Vorkaufsrecht abgesichert, das Gebäude hätte erwerben können? Hat man über eine eigene Verwendung nachgedacht? Hat man die Firma Iveco mit einbezogen? "Uns fehlt Raum für Verwaltung, unsere Archive platzen aus den Nähten, die Depots der Museen sind gefüllt. Privatsammler suchen Ausstellungsflächen. Wir sind sicher, es ließen sich zahllose Ideen entwickeln lassen, die Villa angemessen zu nutzen." Fest stehe: "Wer die Magirus-Villa zerstört, zerstört das Magirus-Erbe. Das dürfen wir nicht kritiklos zulassen."

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