Klarinette „Bei uns gibt es das einfach nicht“

Startet beim Klarinettenwettbewerb: Adrian Nicolaev aus Moldawien.
Startet beim Klarinettenwettbewerb: Adrian Nicolaev aus Moldawien. © Foto: Helmut Pusch
Ulm / Helmut Pusch 10.07.2018

Von Konkurrenzdenken keine Spur. Eben traten sie beim Klarinettenwettbewerb des Donaufests im Saal der Musikschule Ulm noch gegeneinander an, jetzt gehen sie zusammen essen: Adrian Nicolaev aus Moldawien, Stefan Voinic aus Rumänien und Vladimir Stanisic aus Serbien. Die gemeinsame Sprache? Russisch. Das sprechen auch die Ulmer Klavierbegleiter Alexander Sonderegger und Alwina Meissner.

Die beiden haben am Wochenende mit den Teilnehmern das Repertoire erarbeitet, jeweils zwei Mal 45 Minuten. „Das reicht gerade, um alles zwei Mal durchzuspielen“, sagt Sonderegger. „Das ist eigentlich zu wenig,“ meint Meissner: „Die Stücke des Wettbewerbs sind sehr anspruchsvoll, aber das Niveau der Teilnehmer ist auch sehr hoch.“

Das hat sich in den zehn Musikhochschulen, mit denen das Donaufest kooperiert, herumgesprochen. Nicht alle Länder haben ihr Kontingent von je zwei Teilnehmern ausgeschöpft. So starten nur 14 Klarinettisten – teils unter erschwerten Bedingungen. Die Klarinette des Moldawiers Adrian Nicolaev etwa ist ein Schülerinstrument. „Professionelle Instrumente gibt es bei uns nicht“, sagt er. „Die muss man aus dem Ausland mitbringen, aber die kosten mindestens 3000 Euro.“ Das ist exakt das Preisgeld für den Sieger.

Nach Ulm sind sie gern gekommen, erzählt Stefan Voinic – auch weil die Anreise vom Festival bezahlt wird, sie bei Gastfamilien untergebracht sind und  Taschengeld bekommen. „Bei uns gibt es so etwas nicht, da muss man alles selbst bezahlen“, sagt Vladimir Stanisic.

Info Der öffentliche Wettbewerb wird heute, 10 bis 13.30 Uhr, im Saal der Musikschule Ulm fortgesetzt. Morgen, Mittwoch, 20 Uhr, spielen die Preisträger das Abschlusskonzert, in dem auch Katarina Kutnar und Dusan Panajotovic, die beiden Sieger des Geigenwettbewerbs von 2016, mitwirken.

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