"Abendsegen" mit Heeresmusikkorps

JÜK 14.12.2013
"Stille Nacht" mit dem Heeresmusikkorps Ulm und den Ulmer Spatzen: Der Chor wirkte beim Standort-Adventskonzert der Bundeswehr mit.

"Alle Jahre wieder" musizierten das Heeresmusikkorps Ulm und der Kinder- und Jugendchor der Ulmer Spatzen am Donnerstagabend gemeinsam in der voll besetzten Pauluskirche - das Christuskind war natürlich gemeint, das auf die Erde niederkommt, "wo wir Menschen sind". Denn dass die Spatzen beim Standort-Adventskonzert der Bundeswehr singen, war neu.

Wie das halt so ist unter Musikern: Hans de Gilde, der Dirigent der Spatzen, war eines Tages Major Matthias Prock begegnet. Der Leiter des Heeresmusikkorps hatte in der Heilig-Geist-Kirche auf dem Kuhberg Orgel gespielt, man kam ins Gespräch und beschloss, mal etwas zusammen zu machen, erinnert sich de Gilde. Das Adventskonzert in der Pauluskirche, dessen Spendenerlös für die Soldatentumor- und Unfallhilfe Ulm, die Ulmer Spatzen und die Behindertenwerkstätten der Lebenshilfe Donau-Iller bestimmt ist, war im Übrigen nicht das erste gemeinsame Konzert der beiden Ensembles. Vor rund zehn Jahren, erzählt de Gilde, sei man schon einmal mit der Big-Band-Besetzung des Heeresmusikkorps aufgetreten. Man kennt sich nicht zuletzt, weil Musikerprofis aus der Bundeswehr wie Klarinettist Martin Traub in der Ulmer Musikschule unterrichten.

Beim ersten Konzert der Spatzen mit dem Heeresmusikkorps habe es damals im Chor und der Elternschaft noch "heftige Diskussionen" gegeben, ob man mit den Bundeswehr-Musikern singen solle, meint de Gilde. Das sei diesmal ganz anders gewesen. Er schwärmt von der tollen Atmosphäre dieses Konzerts. Tatsächlich bejubelten sich Spatzen und musizierende Soldaten am Ende gegenseitig - das Publikum war sowieso begeistert.

Militärdekan Gerhard Kern sprach nach dem "Abendsegen" aus "Hänsel und Gretel" von den Schutzengeln, welche die Kinder dieser Welt bräuchten und auch die Soldaten bei ihrem Friedenseinsatz in Afghanistan. Vor dem Adventskonzert hatten einige Bundeswehr-Gegner um Tanja Moll von den Linken eine Mahnwache vor der Pauluskirche aufgestellt, um gegen die "Sympathie-Werbung für das Militär" zu protestieren: "Adventsmusik wird zu kriegerischen Zwecken missbraucht." Drinnen erklangen friedlich "Stille Nacht, heilige Nacht" oder "Leise rieselt der Schnee" - und bei "Adeste fideles" dirigierte auch der zivile Holländer de Gilde das Ensemble.