Ulm / Ulrike Schleicher 300.000 investiert der SSV Ulm 1846 in den Bau eines neuen Kinderplanschbeckens. Die Hoffnung, einen Großteil des Geldes über Spenden zu finanzieren, hat sich nicht ganz erfüllt.

Der Spendenaufruf hing am Eingang des SSV-Hallenbads, bei den Umkleiden des Freibads, in der Geschäftsstelle des Großvereins. „Bitte spenden Sie, damit unser Planschbecken erhalten bleibt“, hieß es da. Das war etwa vor einem Jahr. Bereits zu dieser Zeit stand fest, dass das rund 40 Jahre alte Kinderplanschbecken nicht mehr zu renovieren ist. Äußerlich sah es zwar noch tipptopp aus, „aber die gesamte Technik ist veraltet und kaputt“, sagt Willi Götz, Präsident des SSV Ulm 1846. Es sei im Wesentlichen um die Reinigung gegangen. Die Bademeister hätten von Hand justiert und oft das ganze Wasser ablaufen lassen müssen: „Die Donau freut sich zwar, aber auf Dauer ist das zu teuer.“

Mitglieder spenden weniger Geld

Deshalb war auch klar: ein neues muss her. Das koste rund 300.000 Euro, die der Verein annähernd selbst aufbringen muss: „Solche Projekte werden nicht gefördert“, erklärt der Präsident. Deshalb der Spendenaufruf, den nicht alle Mitglieder seinerzeit angebracht gefunden hatten. So haben laut Götz auch „nur 53 Mitglieder insgesamt 43.000 Euro gespendet“. Man habe wenigstens 50.000 Euro erwartet.

Andererseits: „Das SSV ist ein Familienbad. Wir können auf ein Planschbecken nicht verzichten.“ Kurz und gut: Seit Montagnachmittag arbeiten wiederum Bagger im Freibad: Bis Ende Mai soll an gleicher Stelle ein Edelstahlbecken, etwas kleiner als das bisherige, für Kinder bereitstehen. „Es ist die größte Einzel­investition, die wir seit langem tätigen“, sagt Götz. Aber das sei es wert.

Trotz dieses finanziellen Kraftakts – der Verein habe allen Grund zur Freude. Denn andere wichtige Projekte stünden vor dem Abschluss. Götz nennt das neue Funktionsgebäude, dessen Eröffnung am Freitag, 12. April, mit einem Fest vorgesehen ist. In Zusammenarbeit mit dem SSV Ulm 1846 Fußball ist an der Gänswiese in den vergangenen Monaten ein Neubau entstanden.

Neben den Umkleideräumen für Mannschaften und für die Schiedsrichter sind auch Räume für Hausaufgabenbetreuung vorgesehen. Außerdem gibt es Platz für Besprechungen und Physiotherapie sowie Räume für die Geschäftsstelle, die räumlich beengt in dem alten Gebäude arbeitet. Genutzt wird es von den Fußballern, den Faust- und Volleyballern, den Hockeyspielern und Leichtathleten und natürlich von den Badegästen des SSV 46.

Das rund drei Millionen schwere Vorhaben ist nach den Worten von Präsident Götz zu 70 Prozent gefördert worden. Und zwar einerseits vom Württembergischen Landessportbund und zu einem großen Teil von der Stadt Ulm, die rund 1,9 Millionen zuschießt.

Ebenfalls beendet sind die Umbauarbeiten in der Vereinsgaststätte, die Jens Gramer, Geschäftsführer des Trendsportshops Fifty-Eight in der Innenstadt übernommen hat. Dort soll neben einer modernen Gastronomie künftig ein Verleih für Stand-Up-Paddel-Boards sowie Kurse im Angebot sein und ein kleiner Teil des Sortiments, das Gramer im ehemaligen Geschäft in der Stadt hatte. „Er hat viel Geld in die Hand genommen“, sagt Götz anerkennend. Die gesamte Infrastruktur sei marode gewesen, weshalb auch der SSV 46 investiert habe, sagt der Vereinspräsident.

Noch keinen Namen

Einen Namen für die Gaststätte habe man noch nicht gefunden. Die offizielle Eröffnung sei für Samstag, 13. April, geplant. Damit nicht genug: Das Hallenbad bekommt derzeit ein wärmedämmendes Dach (1,5 Millionen Euro), und ein neuer Kraftraum für den Hochleistungssport werde Anfang ebenfalls Mai fertig (250.000 Euro).

Und noch etwas Erfreuliches: Die Mitgliederzahl sei gestiegen und liege bei rund 9850. „Vielleicht schaffen wir dieses Jahr die 10.000er-Marke“, hofft Götz.

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Großprojekt Jahnsporthalle

Planung Die Planung um den Neubau der Jahnhalle, der unmittelbar auch mit der Fusion des SSV mit dem TK Ulm verbunden ist, werde auf 2020 verschoben, sagte SSV-Präsident Willi Götz. „Wir müssen erst einmal durchschnaufen, wenn alles jetzt fertig ist.“ Der aus den 20er und 50er Jahren stammende Bau kann nicht mehr renoviert werden. Ein Neubau würde rund 12 Millionen Euro kosten.