Fasnet 2019 in Ulm Ulmzug: Süßigkeiten mit abgelaufenem MHD 2013 verteilt?

Ulm / swp 12.02.2019
Beim großen Narrenumzug in Ulm, dem Ulmzug 2019, sind offenbar nicht mehr genießbare Süßigkeiten verteilt worden. So schilderte es eine Userin auf Facebook - mit Bild.

Süßigkeiten mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) vom Mai 2013 wurden offenbar beim großen 2019 Narrenumzug in Ulm verteilt. Zumindest schildert das ein User in einer Ulmer Facebook-Seite. Dort wurde ein Bild gepostet - es zeigt einen Schokoteddy, dessen MHD bereits mehr als fünf Jahre abgelaufen ist.

„Erst habe ich mich echt gefreut“, sagt Rilana Rappold. Erst als sie wieder zu Hause war, bekam die Sache für sie einen Nachgeschmack.Das Schokoladengeschenk bröselte vor sich hin, ein Blick aufs Haltbarkeitsdatum verdarb der Neu-Ulmerin endgültig den Appetit: „Eine Überschreitung um ein paar Monate wäre für mich kein Problem gewesen, aber das war widerlich.“

Zudem sei der Hase beim Ulmzug persönlich übergeben worden. Tobias Rappold, der auch das Bild gepostet hat, schreibt in den Kommentaren „(...) der hase wurde ganz lieb meiner 11 monate alten tochter in die hände gelegt (...)“.

War nur eine Schokolade betroffen?

Ein Einzelfall? Rilana Rappold glaubt nein. Welche Zunft es war,  die die Schokolade verteilt hatte, weiß sie nicht. Aber alle Mitglieder hätten Taschen umhängen gehabt, aus denen sie in Goldpapier verpackte Schokoladenpräsente an die Zuschauer am Wegrand übergeben hätten.

Gerhard Wies, Zunftmeister der den Umzug veranstaltenden Ulmer Narrenzunft, hatte bis Montag keine weiteren Beschwerden von Zuschauern vernommen. Deshalb glaubt er an einen „bedauerlichen Einzelfall, von dem wir uns distanzieren“.

Keine Kontrolle der Süßigkeiten möglich

Kontrollmöglichkeiten gebe es leider nicht, sagt er – bei 125 teilnehmende Zünften sei das ein Ding der Unmöglichkeit. „Jede Zunft entscheidet selbst, was sie zum Umzug mitbringt. Wir kontrollieren das nicht und machen auch keine Vorgaben.

“ Die Ulmer Narrenzunft werfe respektive verteile allerdings grundsätzlich keine Schokolade. „Wir setzen auf Bonbons und Kauartikel, die wir selbst einkaufen oder gesponsert bekommen.“

Reaktionen auf Social Media

Unter dem Post sind bis Montag um 14 Uhr - weniger als 24 Stunden, nachdem er online ging - bereits mehr als 180 Kommentare. Die meisten User sind einer Meinung: Das ist nicht in Ordnung.

Lara Laluna meint, „Das grenzt ja schon an vorsätzliche Körperverletzung!“. Brigitte Lehner schreibt, „Das geht gar nicht. Dann lieber gar nichts geben. Bei Lebensmitteln hört der Spaß auf“. Andy Jay Beaumont kommentiert, „Schokolade von 2013 ist ja wirklich nicht so klasse. 2017, 18 ok, aber das? Nope.“.

Während die meisten User per Kommentar dagegen sind, spiegelt sich in den Reaktionen per „Gefällt mir“-Emoticons ein durchwachsenes Stimmungsbild wider. Mehr als 50 der 170 User finden das lustig - immerhin knapp ein Drittel. Der Rest ist überwiegend entsetzt, traurig oder wütend. Nur knapp 20 User haben den Beitrag mit „Daumen hoch“ geliked.

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