Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie befürchtete die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) einen Mangel an Erntehelfern auf den Felder und Höfen. Saisonkräfte aus Rumänien oder Bulgarien dürfen nur bedingt einreisen – zu wenige, um eine reibungslose Ernte zu garantieren, heißt es von Seiten der Gewerkschaft.

„Jetzt geht es darum, ein neues Wort zu entdecken: `Ernte-Solidarität`“, wird Andreas Harnack, Regionalleiter der IG BAU Baden-Württemberg in einer Mitteilung zitiert. „Wer aus Ulm zupacken kann, sollte das jetzt tun. Es ist die Chance, Geld nebenbei zu verdienen und die Zeit sinnvoll zu investieren.“

Dabei gehe es nicht nur um die Ernte, es müsse auch gepflanzt und gesät werden. Unter anderem müssen jetzt Karotten, Blumenkohl, Radieschen, Zwiebeln, Kopfsalat oder Kohlrabi auf die Felder. Im Mai nehme die Arbeit für Pflanz- und Erntehelfer dann noch einmal deutlich zu.

Fairer Lohn für Helfer gefordert

Die Unterstützung dürfe aber nicht um jeden Preis geschehen. Lohn und vor allem die Hygienestandards seien wichtig. „Wer Schüler, Studenten oder Flüchtlinge für die Arbeit auf dem Feld anheuert, der muss sie auch fair bezahlen“, verlangt Harnack. Auch in der Landwirtschaft gelte der gesetzliche Mindestlohn von 9,35 Euro pro Stunde. Aber Landwirte in der Region sollten eingearbeitete Saisonkräfte „mit einem Lohn nicht unter elf Euro pro Stunde vom Feld gehen lassen“. Die aktuelle Situation dürfe nicht dazu ausgenutzt werden, Helfer über den Tisch zu ziehen. Auch sei Geduld gefordert: die nicht professionellen Erntehelfer müssten zuerst eingelernt werden.

Hygienestandards müssen eingehalten werden

Neben der Bezahlung sei aber auch die Hygiene bei der Arbeit auf den Feldern wichtig. Regelmäßiges Händewaschen und zur Desinfektion müssen sicher gestellt werden. Das übliche Mobil-WC am Feldrand würde hier nicht ausreichen, Toiletten bräuchten einen Wasseranschluss. Zudem sollten Sozial- und Sanitärräume alle zwei Tage fachmännisch gereinigt werden

Wenn Pflanz- und Erntehelfer in Unterkünften untergebracht werden, dann seien dabei Einzelzimmer notwendig. Auch Sammelfahrten zum Feld seien tabu, die Helfer sollten einzeln und mit dem eigenen Auto, Roller oder Fahrrad zur Arbeit erscheinen. Dafür müsse ihnen der Landwirt eine Entschädigung bezahlen.

So kannst du helfen

  • Wer sich aus Ulm oder dem Landkreis Neu-Ulm als Pflanz- oder Erntehelfer bewerben möchte, findet Jobs und weitere Infos unter www.agrarjobboerse.de.
  • Stellenangebote gibt es auch auf dem Portal „Das Land hilft“ vom Bundeslandwirtschaftsministerium