Vivaldi war die finale Krönung. Zum Dahinschmelzen schön. Sein "Winter" als gesungene dreisätzige Chor-Version von Frank Krawcyk mit lateinischen Messtexten wurde erstmals in Ulm aufgeführt. Genial. Federnd pulsierte das Tutti-Aufgebot im barock-modernen Streicher- und Cembalo-Groove mit chorischem Stimmglanz. Der Barocktitan hätte Freudensalti gemacht. Auch das Publikum riss es von den Sitzen bei lang aufgestauten Beifallsorkanen und Standing Ovations. Zum Runterkommen als Zugabe Ola Gjeilos zeitgenössisches Chorstück "Luminous Night Of The Soul" im berührenden Happy-Sound.

Mit dem aktuellen Programm "Ewig" ist Markus Romes und dem von ihm 2012 gegründeten Konzertchor Klangreich in der ausverkauften Pauluskirche wieder ein großer Wurf gelungen. Ein Publikumsrenner dank erstklassiger Mitstreiter und bislang Ungehörtem. Will Todds "Sanctus" für Chor und E-Gitarre erklang erstmals in Ulm, "Raum für ein zweites, zeitlos breites Leben" von Markus Romes wurde gar uraufgeführt. Dazu gab's Monteverdis "Altri Canti d'Amor", Tanz und Licht-Design.

Markus Romes und Margarete Lamprecht (Inszenierung) ließen die 40 Sänger mimisch, gestisch, und tanzend agieren - als Partner des Schauspielers Eric van der Zwaag. Seine szenischen Rezitationen waren der rote Faden des Programms. Er fesselte deklamierend mal als Penner mit Fahrrad, mal als gefederter Phönix aus Eschenbachs "Parzival", schmetterte sogar als veritabler Pop-Bariton im Duett mit Nina Dastoglu (Sopran) in Jochimsens "See You In Heaven".

Mit Herzblut agierten auch zwei Ulmer Philharmoniker, das Jommelli-Streichquartett aus Musikern der Staatsorchester Stuttgarts und Münchens, der Langenauer Kantor Conrad Schütze (Cembalo/ Klavier) und der E-Gitarrist Oliver Pfänder

Info Das Konzert wird am 16. Januar 2016 in der Neu-Umer Kirche St.Johann Baptist wiederholt.