Neu-Ulm 80 Prozent verkauft

Neu-Ulm / EDWIN RUSCHITZKA 23.05.2012
Wohnbau Inhofer hat bereits 80 Prozent seiner 278 Wohnungen am „Glacispark 2“ in Neu-Ulm verkauft. Gleich nebenan wird das Unternehmen aus Senden bis 2016 die letzten beiden Quartiere bebauen.

„Es läuft gut!“ Das sagt Michael Clases, der Geschäftsführer von Wohnbau Inhofer, und lässt seinen Blick vom achten Geschoss der gewaltigen Neubauten, die derzeit am Rande des Neu-Ulmer Glacis hochgezogen werden, rüber nach Ulm schweifen. Die Rohbauten von insgesamt sieben Gebäudekomplexen sind bald fertig, im April 2013 sollen die ersten Wohnungen bezogen werden. Insgesamt entstehen 278 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, zwischen 25 und 160 Quadratmeter groß. Und 80 Prozent seien auch schon verkauft, sagt Clases. Der Quadratmeterpreis liegt zwischen 2800 und 3200 Euro.

Rückblende: Der Start in das ehrgeizige Bauprojekt, „Glacispark 2“ genannt, verlief anfangs mehr als holprig. 2007 wurde vom Stadtrat beschlossen, das 4,2 Hektar große und freigeräumte Bahngelände mit etwa 360 Wohneinheiten nach den Plänen des Städteplaners Kees Christiaanse (Rotterdam/Zürich) zu bebauen. Für die Umsetzung erhielten vier namhafte Wohnbauunternehmen aus Ulm und Neu-Ulm den Zuschlag: Casa Nova, Munk, Realgrund und Inhofer. Das Gelände wurde in vier etwa gleich große Quartiere aufgeteilt, jedes Unternehmen sollte eines erhalten. Und die Stadt Neu-Ulm drückte ziemlich aufs Tempo: Baubeginn möglichst gleich nach der Landesgartenschau 2008, Fertigstellung aller Wohnungen im Jahr 2013.

Dann aber kam 2008/2009 die Wirtschaftskrise – und aus dem Quartett blieb mit Inhofer nur noch ein Unternehmen übrig. Ihren Ausstieg begründeten Casa Nova, Munk und Realgrund nicht nur mit dem vorgegebenen Tempo der Stadt, sondern auch mit der Lärmbelästigung, die vom Bahntrog ausgeht. Inhofer stand zu seiner Zusage und übernahm zusätzlich noch ein zweites Quartier. Was mit dem Rest geschehen sollte, stand lange nicht fest. Seit wenigen Wochen ist klar: Inhofer wird auch die restlichen beiden Quartiere kaufen und bebauen.

Am Montag führte Michael Clases die wenigen Besucher des Stadtspaziergangs mit OB Gerold Noerenberg und dem städtischen Fachplaner Sven Poppe übers Gelände und hinauf in eine der Wohnungen im achten Geschoss. Er war sich sicher: Die drei Wohnbau-Unternehmen, die 2009 das Handtuch geworfen hatten, hätten diesen Schritt inzwischen sicher bereut. Denn: Der Wohnbau boomt in diesen Tagen, viele Menschen legen ihr Kapital in Immobilien an. Einer davon, den Clases namentlich nicht nennen wollte: Er hat gleich einen ganzen, zum Bahntrog hin gelegenen Block erworben, in dem ausschließlich Studenten-Wohnungen eingerichtet werden. Die überwiegend Ein-Zimmer-Wohnungen werde er später zu einem ortsüblichen Preis vermieten, sagte Clases. Am schnellsten seien aber die großen Wohnungen verkauft worden.

Der Kaufvertrag für die beiden verbliebenen Quartiere im „Glacispark 2“ ist zwar von der Stadt und Inhofer noch nicht unterzeichnet, aber das Sendener Unternehmen hat den Zuschlag erhalten. Mit der Erschließung des Geländes will das Unternehmen im nächsten Jahr beginnen. Was dort entsteht, dürfte fast deckungsgleich mit den Bauten in den ersten beiden Quartieren sein. Insgesamt wird Inhofer dann fast 560 Wohnungen gebaut und verkauft haben. Das sind 200 mehr als vor fünf Jahren noch geplant. „Stimmt“, sagt Fachplaner Poppe, „das liegt daran, dass derzeit vor allem auch kleine Wohnungen gebraucht werden.“

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