Neu-Ulm 770 neue Wohneinheiten für Wiley-Nord geplant

Ab 2015 sollen 770 neue Wohneinheiten im Wiley-Nord entstehen.
Ab 2015 sollen 770 neue Wohneinheiten im Wiley-Nord entstehen. © Foto: SWP Grafik
Neu-Ulm / EDWIN RUSCHITZKA 21.05.2013
In Wiley-Nord ist in Neu-Ulm immer noch am deutlichsten zu sehen, dass dort einst die US-Armee stationiert war. Das ist bald vorbei. 2015 soll mit dem Bau von 770 neuen Wohneinheiten begonnen werden.

Weite freie Flächen, dazu kleinere, gedrungene Gebäude. So präsentiert sich Wiley-Nord zurzeit. Das 104 000 Quadratmeter große Gelände wird seit 20 Jahren eher provisorisch genutzt, auch durch den städtischen Recyclinghof, der an die Breitenhofstraße umziehen wird. Auf dem gesamten Areal entwickelt die Stadt Neu-Ulmer derzeit ein neues Wohnquartier, das in Luftlinie nur 1,2 Kilometer von der Innenstadt entfernt sein wird. Im Norden und Osten grenzt die Vorfeld-Siedlung an, im Westen befindet sich das Altenwohnheim Sankt Albertinum, im Süden das Parkhaus fürs Dietrich-Kino, dahinter die Europastraße. In drei Jahren sollen Baufahrzeuge anrücken, um das Gelände zuerst einmal frei zu machen. Was sich anschließen wird, ist die Verkehrserschließung und dann die Neubebauung.

Die Pläne dazu kommen aus den Büros Trojan, Trojan und Partner aus Darmstadt und BS Städtebau und Architektur aus Frankfurt. Letzteres Büro hat das Konzept weiter vertieft und auch schon Möglichkeiten dargelegt, wie das Wohngebiet mit Straßen erschlossen wird. In den 770 Wohnungen – davon 240 für Studenten – werden später einmal nahezu 1500 Menschen leben.

Was die Dichte des künftigen Wohnquartiers betrifft, soll Wiley-Süd auch im Norden der Maßstab sein. Geplant sind gemischte bauliche Strukturen – vom drei- bis fünfgeschossigen Gebäudekomplex bis hin zu verdichteten Reihenhäusern. Östlich des Altenheims sind zwei Wohnheime für 240 Studenten vorgesehen. Die Studierenden werden es später nicht weit in die Hochschule haben. Dieser zusätzliche Studentenwohnraum soll der künftigen Hochschulerweiterung Rechnung tragen. Wobei Stadträte in Neu-Ulm bei der Diskussion im Stadtentwicklungsausschuss schon mal kritisch nachfragten, wie viele Studentenwohnungen Neu-Ulm noch vertrage. In der Tat: In Wiley-Süd sind 280 Studentenwohnung entstanden, weitere kommen noch im Bereich der „Grünen Höfe“ entlang des Bahntrogs in der Innenstadt und in den Inhofer-Bauten an der Meiniger Allee dazu.

So üppig grün wie die Vorfeld-Siedlung wird Wiley-Nord nicht daherkommen. Von den 104 000 Quadratmetern, die das Areal insgesamt groß ist, werden 66 000 Quadratmeter überbaut. 25 000 Quadratmeter oder 23 Prozent sind Verkehrsflächen, begrünt werden 13 000 Quadratmeter – und das sind nur 13 Prozent. Im Zentrum des Wohnquartiers sind ein Grün-Anger und ein Quartiersplatz vorgesehen. Strittig könnte die Verkehrserschließung werden. Diesbezüglich hat das Büro BS Alternativen entwickelt mit Zufahrten über die Heinz-Rühmann-, Grete Weiser- und Bradleystraße. Die Frage wird sein, wie durchgängig die Straßen sein sollen. Im Fokus stehen die Grete-Weiser- und die Bradleystraße. Die Verbindung war wegen des starken Durchgangsverkehrs geschlossen worden. Ob das später auch im neuen Baugebiet so bleibt, soll erst nach einer Diskussion mit den Bürgern entschieden werden. Die Informationsveranstaltung dazu findet am Montag, 10. Juni, in der alten Fachhochschule, Steubenstraße 17, statt.

Im Stadtentwicklungsausschuss des Stadtrats stimmten die Grünen den Planungen nicht zu . Sie hatten sich nicht mit der Forderung nach einer weniger dichten Bebauung durchsetzen können.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel