Achim Röder ist nicht nur Vorstandsmitglied des Vereins „Ulms kleine Spatzen“ für Kinder in Notlage. Der 52-jährige Bauingenieur fährt auch Radrennen: Demnächst startet er beim härtesten seiner Art, dem Race Across America. „Das wird die längste und anspruchsvollste Strecke sein, die ich je gefahren bin.“ Sie führt von Oceanside im US-Bundesstaat Kalifornien über Arizona, Colorado, Ohio bis nach Maryland, Ziel ist dessen Hauptstadt Annapolis. Das sind 4800 Kilometer von der Westküste bis zur Ostküste der USA, die Fahrt führt durch zwölf US-Bundesstaaten und 350 Gemeinden. Dabei sind mehr als 51.000 Höhenmeter zu überwinden. Über 300 Extremsportler aus 25 Ländern treten beim Race Across America an.

Daran teilzunehmen, ist ein uralter Traum von Achim Röder, der noch ein zweites Ziel mit dem Rennen verbindet: Er will Sponsoren für den Verein „Ulms kleine Spatzen“ werben. Schon als Jugendlicher war er im Radsport aktiv und schaffte es bis zur höchsten Amateurklasse. Eine Verletzung setzte seiner Karriere ein Ende. Vor sechs Jahren hatte er seine alte Leidenschaft wieder entdeckt und setzt sich immer anspruchsvollere Ziele. Doch Röder ist nicht alleine. Er fährt im Team mit Matthias Bormuth (Darmstadt), Frank Gerstenschläger (Frankfurt) und Andreas Ritter (Karlsruhe). „Ein Jahr haben wir uns vorbereitet.“ Zu viert wollen sie die Strecke in sieben Tagen absolvieren, quasi im Schichtbetrieb. Tag und Nacht wird gefahren, die Fahrer gönnen sich dazwischen neun Stunden Ruhe. Unterstützt werden sie von einem Betreuerteam von zwölf Personen in den Begleitfahrzeugen. Sie kümmern sich um die Versorgung der Fahrer.­

Die Schwierigkeit der Strecke besteht aber nicht nur in der Länge und den Steigungen, sondern auch in der Navigation. Die Teams bekommen Route Books und manchmal erst am Fahrttag Änderungen. „Für die Route sind die Begleitfahrzeuge zuständig, das Reglement ist streng. Wer sich verfährt, muss umkehren und genau die vorgegebene Strecke abfahren. Das kostet Zeit.“

Röder glaubt nicht, dass er das Gesamtrennen gewinnen wird. „Ich werde keine gemütliche Spazierfahrt durch die USA machen, sondern werde immer auf allerhöchstem Niveau fahren. Wir hoffen in der Ü 50-Gruppe auf ein gutes Ergebnis.“

Der finanzielle Aufwand für die Teilnahme beträgt 75.000 Euro, das zahlt das Quartett aus eigener Tasche. Denn die Spenden sollen komplett den Kindern zugute kommen. „Wir haben bisher 50.000 Euro durch Sponsoren eingenommen. Beim Rennen können Streckenabschnitte oder Haltepunkte von Spendern gekauft werden, dadurch hoffen wir auf noch mehr“, erklärt Walter Biersack vom Verein.

Röder und sein Team haben nicht nur das sportliche Ziel vor Augen. „Wir wollen die Strecke in guter Zeit bewältigen und möglichst viele Spenden für Kinder in Not sammeln.“

Sponsoren für Teilstrecken gesucht


Rennen Am 16. Juni startet das Rennen im kalifornischen Oceanside. Wer etwas Gutes für Ulmer Kinder in Not tun und täglich hautnah dabei sein will, kann sich an der Spendenaktion des Vereins „Ulms kleine Spatzen Goes America“ mit dem Kauf von Zeitstationen oder der zwölf Streckenabschnitte beteiligen. Infos über www.uks-goes-america.de unter der Rubik „buy miles“. Ferner gibt es auf der Homepage Blogs zum Rennen.