Rekord, Rekord, Rekord – in seiner Begrüßung zum Dies academicus, dem 48. Jahrestag der Gründung der Universität Ulm, hatte Karl Joachim Ebeling einiges an Erfolgen zu vermelden. Und das im Schweinsgalopp: Der scheidende Präsident ließ bei seinem letzten Dies das akademische Jahr äußerst kurz Revue passieren. 2014 ist die Höhe der Drittmittel, Geld also, das nicht aus dem Etat der Hochschule stammt und das in die Forschung fließt, auf 99,7 Millionen Euro gestiegen – von 86,5 Millionen im Jahr 2013. Und betrachtet über die vergangenen zwölf Jahre, das entspricht Ebelings Amtszeit, habe die Universität Ulm die Drittmittel gar verdoppeln können. „Darüber sind wir froh“, sagte der Noch-Präsident in seiner launigen Art.

Gleichzeitig habe die Zahl der Studierenden im vergangenen Jahr einen Höchststand von 10 380 erreicht (2013 waren es noch etwas mehr als 10 000), „und die Zahl wird weiter ansteigen“, sagte Ebeling mit Blick auf die Psychologie, ein bei Studienanfängern beliebtes Fach.

Und was das internationale Hochschul-Ranking angeht: „Wir sind die beste deutsche Uni unter den jungen Universitäten“, klopfte sich Ebeling zunächst auf die eigene Schulter, ehe Hans Hengartner als Vorsitzender der Ulmer Universitätsgesellschaft der Leitungsebene mit dem Präsidenten an der Spitze „Hochachtung und größten Dank“ für die geleistete Arbeit aussprechen konnte. „Ulm ist exzellent ohne bundesweite Exzellenzförderung“, sagte Hengartner. Doch zurück zum Ranking. Nach Platz 16 im vergangenen Jahr listete „Times Higher Education“ in der Rangliste der Universitäten, die jünger als 50 Jahre sind, die Ulmer Uni dieses Jahr noch um einen Rang höher. Ulm ließ die Unis Bochum und Duisburg-Essen hinter sich, „für uns nicht ganz leicht, weil wir mit dem Helmholtz- Institut für elektrochemische Energiespeicherung nur eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung haben“, sagte Ebeling.

Er machte damit auch gleich deutlich, wo die Herausforderung nach seiner Amtszeit, sprich: für seinen Nachfolger liegen, der noch Ende Juli gewählt wird. Forschungseinrichtungen wie Max-Planck-, Fraunhofer-, Leibniz- oder eben Helmholtz-Institute nach Ulm zu bekommen, müsse das vordringlichste Ziel sein. „Da müssen wir etwas tun.“ Für die Uni selber könne die weitere Strategie nur lauten: sich auf spezielle Gebiete konzentrieren, „auf Gebiete, in denen wir besonders gut sind“.

Mit welchen klugen Köpfen das gelingen könnte, ließ Ebeling ebenfalls anklingen – unter anderem mit dem Mediziner Prof. Hartmut Döner, dem Quantenoptiker Prof. Fedor Jelezko oder dem Elektrochemiker Prof. Bruno Scrosati. Ein Trio, das laut einer Erhebung zu den weltweit einflussreichsten Wissenschaftlern 2014 zählt. Vor allem Jelezko sei stark umworben, „wir müssen ihn auf jeden Fall im deutschen Wissenschaftssystem halten“.

Unterm Strich blickt der scheidende Präsident hoffnungsfroh in die Zukunft: „Wir sind gut aufgestellt.“
 

Festrede und Promotionspreise
Vortrag In Europa wird bis 2025 mehr als ein Drittel aller Neuwagen zumindest teilelektrisch angetrieben sein. Bis es so weit ist, müsse vor allem die Batterietechnologie weiterentwickelt werden. Das sagte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, in seiner Festrede zum Thema: „Mobilität im Wandel“. Der promovierte Physiker, der auch die Bereiche Forschung und Vorausentwicklung verantwortet, erwartet, dass Energiespeicher bis 2020 bei doppelter Energiedichte nur noch halb so viel kosten werden wie heute. „Das vernetzte Elektroauto ist das beste Elektroauto“, sagte Denner. Neben der Alltagstauglichkeit spielen laut Denner auch Emotionen und Fahrspaß eine wesentliche Rolle bei der Elektromobilität. Er verwies auf das erfolgreiche Geschäft mit eBike-Antrieben („Das eBike ist das erfolgreichste Elektrofahrzeug in der Europäischen Union"), durch das ein vermeintlich gesetzter Markt völlig neu definiert wurde. Er betonte, dass es mit dem Elektroauto – unter Mitwirkung von Bosch – ähnlich laufen könnte.

Preise Hans Hengartner, Vorsitzender der Ulmer Universitätsgesellschaft (UUG), verlieh insgesamt acht Promotionspreise, die mit jeweils 1500 Euro dotiert sind. Preisträger sind: Dr. Florian Schaub, Dr. John Gabriel Kauffman, Dr. Stefan Pfattheicher, Dr. Stephan Fackler, Dr. Vera Gramich, Dr. Lisa-Katharina Maier, Dr. Malte Steiner und Dr. Johannes Rausch.