Show 4000 Hunde-Fans fordern „Freispruch!“

Martin Rütter in der Ratiopharm-Arena.
Martin Rütter in der Ratiopharm-Arena. © Foto: Harald John
Neu-Ulm / Harald John 15.04.2018

Katzenliebhaber hatten am Samstag nichts zu lachen. Die Viecher seien zu nichts zu gebrauchen, wenig gefühlvoll, würden nur gelangweilt auf ihren Kratzbäumen hocken. Aber was soll auch ein Mann sagen, der sich als „der Hundeprofi“ und „größter Hundeversteher“ bezeichnet? Klar, dass Martin Rütter am Samstag vor knapp 4000 Zuschauern in der fast ausverkauften Ratiopharm-Arena ausschließlich Partei der Hunde ergriff.

„Freispruch“ lautet das neue Programm des 47 Jahren alten Duisburgers, der schon mit Programmen wie „Hund-Deutsch/Deutsch-Hund“ und  „Der tut nix!“ tourte und dessen Sendungen im Fernsehen regelmäßig Millionen Zuschauer einschalten. Diesmal also kam er als Verteidiger aller Hunde auf die Bühne, stilecht mit übergroßer Justitia samt Schwert und großen Paragraphen-Symbolen. Aus einer XXL-Anklageakte zitierte er launig Vorwürfe wie die des Ungehorsams, der Bettelei, der Jagd im Affekt oder des anarchischen Verhaltens.

Nur um dann ebenso kompetent wie humorvoll aufzuzeigen, wo die wahren Gründe für das Fehlverhalten vieler Hunde liegen: beim Menschen. Der Mischling kommt trotz aller „Komm!“ und „Hierher“-Brüllerei keinen Meter näher? Kann man ihm locker antrainieren! Die Dogge bettelt und sabbert am Abendbrottisch? Klarer Fall von Inkonsequenz des Frauchens! Der Terrier rast wie eine Furie dem Wild nach? Auf die Körpersprache des Hundes achten und nicht immer aufs Handy starren!

Mit viel locker präsentiertem Hintergrund-Wissen und losem Ruhrpott-Humor zog Rütter die Zuhörer in den Bann. Besonders wenn er eine Begleithundeprüfung in der deutsche Provinz persiflierte, klatschte mancher begeistert: So ist es! Am Rand bekamen auch Pferdefreunde, pubertierende Jugendliche und alle Männer ihr Fett weg. Für alle Hunde lautete aber das tausendfache Urteil am Ende: Freispruch!“

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