"Wir waren Pioniere", sagt Karin Weisgräber. Sie war die erste Schulleiterin des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums und gab sich, wenige Tage vor ihrem 80. Geburtstag, die Ehre beim Festakt am Donnerstagabend. Nicht nur ein Pionier war sie, auch ein Unikat. Denn sie war 1975 die erste Schulleiterin eines bayerischen Gymnasiums. "Zu dritt fingen wir in einem provisorischen Pavillon an", erinnert sie sich. "Wir hatten keine Bücher, kein Papier, kein eigenes Gebäude. Aber wir hatten Improvisationstalent."

Die Rahmenhandlung des Festes war ein imaginärer Film über den Festakt, gedreht von Gymnasiasten der Theatergruppe. Der Film hat einen ernsten Hintergrund. Denn die Namenspatronin Bertha von Suttner, Trägerin des Friedensnobelpreises 1905, hat kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs einen pazifistischen Film gedreht. Der Stummfilm von 1913 war die Verfilmung ihres Werkes "Die Waffen nieder", das in 37 Sprachen übersetzt wurde. Dieser Film war ein Teil, der den Festakt ausmachte und Bezug nahm auf die aktuelle Flüchtlingskrise. Die spürt auch die Schule: Der Festakt fand nicht, wie geplant, für alle Schüler in der Turnhalle, sondern nur für einen kleinen Kreis in der Aula statt. Grund: In der Turnhalle sind Flüchtlinge untergebracht.

Drei Schulleiter aus vergangenen Zeiten ließen die Geschichte des Gymnasiums Revue passieren. Weisgräbers Nachfolger Peter Granzow hatte eine Charakterisierung der heutigen Eltern parat, die gerne als Helikoptereltern beschrieben werden. Der aktuellen Schulleiterin Jutta Gruber gab er den Tipp, stets gelassen zu bleiben. Landrat Thorsten Freudenberger ließ sich das Fest ebenfalls nicht entgehen. Schließlich war er selbst zwölf Jahre lang Lehrer am Suttner-Gymnasium.

Das Gymnasium hat heute ein eher unübliches Profil, es bietet eine Synthese von sprachlich-literarischer und naturwissenschaftlicher Bildung. Schüler können dort vier Fremdsprachen lernen. Es ist eine offene Ganztagsschule, es gibt eine Theaterklasse. Dort ist das Theater spielen Pflichtfach und wird benotet.