Holzschwang 3500 Stunden Eigenleistung fürs neue SV-Vereinsheim

Die Mitglieder des SV Holzschwang haben selbst Hand angelegt, um ein neues Vereinsheim zu bauen.
Die Mitglieder des SV Holzschwang haben selbst Hand angelegt, um ein neues Vereinsheim zu bauen. © Foto: Volkmar Könneke
Holzschwang / BEATE STORZ 21.07.2015
Das Vereinsleben des SV Holzschwang reduziert sich nicht auf den Sport. Man packt gemeinsam an. Jüngstes Beispiel: die neuen Jugend- und Sporträume, die weitgehend in Eigeninitiative entstanden sind.

15 Fußball-Mannschaften mit 250 Jugendlichen zählt der SV Holzschwang. Da entstehen Freundschaften. Was wollen Freunde miteinander machen? Zusammen sein. Dazu brauchen sie ein gemütliches Vereinsheim. Das haben sie weitgehend in Eigeninitiative gebaut. Am Wochenende wurde es eröffnet.

Zwar steuerten Stadt und Landkreis Geld bei, ebenso wie Sport-Dachorganisationen. Aber gearbeitet wurde mehr oder weniger von den Holzschwangern selbst. Spaziert man durch den Ort, so sieht man ungemähten Rasen in normalerweise topgepflegten Vorgärten. Das liegt daran, dass die Holzschwanger Männer während der vergangenen anderthalb Jahre lieber am Vereinsheim Hand anlegten als vor dem eigenen Haus. 3500 Eigeninitiativstunden an 78 Samstagen mit je 45 Helfern, was eine Arbeitsleitung von rund 47 000 Euro darstellt - das ist die Bilanz. Insgesamt hat das Gebäude inklusive Außenanlage rund 300 000 Euro gekostet. Zur Eröffnung waren die Jugendlichen gar nicht da. Die spielen nämlich am Samstagnachmittag Fußball. OB Gerold Noerenberg lobte einmal mehr die Eigenverantwortung und -initiative der Holzschwanger, die traditionell selbst Hand anlegen und den OB schon öfters damit erfreuten, keine großen Forderungen zu stellen. "Umso mehr fällt es mir leicht, einer solchen Gemeinde etwas Gutes zu tun. Ich sage den Holzschwangern jetzt ganz deutlich: Ich bin stolz darauf, Oberbürgermeister einer Gemeinde zu sein, die so toll anpackt."

Voll des Lobes war auch Landrat Thorsten Freudenberger, der auch noch einen Scheck in der Tasche hatte. Und der Vereinsvorsitzende Christoph Welte weiß genau, dass er sich auf seine Mannen verlassen kann. Weil der OB seinen Verein so sehr lobte, brachte Welte ganz bescheiden und höflich zur Sprache, dass man die Umkleideräume auch mal in Angriff nehmen könnte und erntete von Noerenberg ein wohlwollendes Nicken.

Das Vereinsheim ist knapp 200 Quadratmeter groß, beherbergt zwei Jugendräume, im Herbst wird ein Fitnessraum bezogen, und einen Technikraum mit Computern gibt es auch. "Heute ist Fußball ohne Computer nicht mehr möglich", erläutert Welte. In Gemeinden wie Holzschwang ist die Sport- und Vereinswelt noch in Ordnung. Mehr als ein Drittel aller Vereinsmitglieder sind Kinder und Jugendliche, Nachwuchssorgen wie in der Stadt kennt man in Holzschwang nicht.