Weißenhorn 3.Weissenhorn Klassik startet mit Symposium und Konzert in der Stadtpfarrkirche

Esther Kretzinger beim Eröffnungskonzert in der Weißenhorner Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt.
Esther Kretzinger beim Eröffnungskonzert in der Weißenhorner Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. © Foto: Dave Stonies
Weißenhorn / CHRISTA KANAND 13.09.2016
„Weißenhorn Klassik“ ist eine gute Adresse: Sopranistin Esther Kretzinger und Organist Andreas Wiesmann setzten zum Auftakt auf moderne Töne.

Ergriffenes Schweigen. Der sanfte „Prière á Notre Dame“-Satz aus Léon Boëllmanns Suite Gothique  hallt im impressionistischen Kolorit nach. Dann rauscht Beifall in der effektvoll ausgeleuchteten Weißenhorner Stadtpfarrkirche  Mariä Himmelfahrt für Andreas Wiesmann, den Orgelvirtuosen  und Kirchenmusiker aus Schongau,  und Sopranistin Esther Kretzinger bei der dritten Auflage von „Weißenhorn Klassik“.

Eine gute Adresse ist die international besetzte  Kammermusikreihe, die Kretzinger gegründet hat. Allerdings war das sonntägliche Auftaktkonzert nur mäßig besucht – auch wegen starker Konkurrenz: Sommerwetter, Verbraucherschau und Tag des Denkmals. Wobei die sakrale Spätromantik  und gemäßigte Moderne abseits des Mainstreams sowieso kein Kassenschlager ist. Umso mehr beeindruckte das starke Plädoyer der beiden hochkarätigen Anwälte, die auch Max Reger zum 100. Todesjahr Reverenz erwiesen.

Ideal disponiert für das eher selten zu hörende französische Repertoire war die dreimanualige Steinmeyer-Orgel. Neben Jehan Alain stand Jean Langlais im Zentrum: Nach der gewaltigen „Incantation“ erklang seine „Missa In Simplicitate“ (1952). Das 20-minütige Gipfelwerk zog mit Kretzingers glockenhellem Sopran – mal engelsgleich, mal dramatisch vom Kirchhall gekrönt – in seinen Bann. Ein wissenschaftliches Symposium war nachmittags  im Fuggerschloss vorausgegangen. Renommierte Gast-Referenten aus Theologie, Philosophie, Wissenschaft und Kunst sprachen zum Leitthema  „Mystik: Wirklichkeit“, gefolgt von  einer lebenbdigen Diskussion.

Spannende Musikerlebnisse versprechen heuer drei international besetzte Abendkonzerte, Workshops und Konzerte für Schulklassen und Familien. Exquisite Künstler wie der Pianist Herbert Schuch (8.10..), das Jazz-Duo Gansch/Breinschmid bei Marianne Mosterts Ausstellungseröffnung (18.11.) sowie der Cellist Rohan de Saram (26.11.) werden in der Fuggerstadt erwartet. „Weißenhorn Klassik“ endet  mit Live-Musik zum Stummfilm „Nanuk“ (26.12.).

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel