Neu-Ulm 25 Jahre nach Umweltskandal: Grundwasser im Kreis Neu-Ulm weiterhin belastet

Neu-Ulm / dpa 04.06.2014
25 Jahre nach Bekanntwerden eines Umweltskandals im Landkreis Neu-Ulm ist das Grundwasser in mehreren Gemeinden immer noch mit Lösungsmitteln belastet. Das Landratsamt rief die Bewohner in den betroffenen Gegenden am Mittwoch dazu auf, ihr selbst angebautes Obst und Gemüse in der Erntezeit nicht mit Wasser aus einem eigenen Brunnen zu gießen.
Auch zum Baden oder Tränken von Tieren sollte das Brunnenwasser nicht verwendet werden. Das Trinkwasser aus der öffentlichen Versorgung sei hingegen nicht belastet.
 
Besonders hoch sind die Werte nach wie vor in einigen Bereichen von Senden. In der Stadt waren offenbar jahrzehntelang auf dem Gelände einer Uhrenfabrik gefährliche Stoffe unsachgemäß entsorgt worden. Nach dem Verkauf der Fabrik 1989 tauchten Hinweise auf den Umweltskandal auf. Bei Kontrollen wurden nun in Senden immer noch Werte von bis zu 350 Mikrogramm Halogen-Kohlenwasserstoffe je Liter Grundwasser gemessen - erlaubt sind 10 Mikrogramm.
 
Auch in Bellenberg, Vöhringen und Neu-Ulm wurden teilweise überhöhte Werte gemessen, die aber deutlich unter dem Spitzenwert aus Senden lagen. Neben der früheren Uhrenfabrik gilt eine ehemalige Großreinigung in Bellenberg als Verursacher des Umweltskandals.
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