Ulm 1924: Neuer Bau wird ein Raub der Flammen

19. Februar 1924: Innerhalb weniger Stunden brannte der Neue Bau fast völlig aus. Die Feuerwehren aus Ulm, Söflingen und Neu-Ulm konnten nichts ausrichten gegen die Flammen, sie verhinderten lediglich, dass das Feuer auf angrenzende Wohnhäuser übergriff.
19. Februar 1924: Innerhalb weniger Stunden brannte der Neue Bau fast völlig aus. Die Feuerwehren aus Ulm, Söflingen und Neu-Ulm konnten nichts ausrichten gegen die Flammen, sie verhinderten lediglich, dass das Feuer auf angrenzende Wohnhäuser übergriff. © Foto: Wilhelm Ludwig
Ulm / RUK 19.02.2014
Ein Großfeuer hat vor 90 Jahren, am 19. Februar 1924, Ulm erschüttert. Vom Neuen Bau blieb nicht viel mehr als die Grundmauern übrig.

Kurz nach 5.30 Uhr rasselte die Feuerglocke in der elterlichen Wohnung, sollte sich später Malermeister Wilhelm Weidenbacher erinnern. "Aufgeschreckt zum Fenster schauend, war der gesamt Himmel blutrot gefärbt . . . Nun kam auch noch der seltene Glockenschlag auf dem Münster hinzu. Dies bedeutete Großfeuer." Weidenbachers Vater - er führte den Löschzug I an - war innerhalb von zehn Minuten am Neuen Bau, der vor 90 Jahren lichterloh brannte und von dem nicht viel mehr als die Grundmauern übrigblieb.

Drei Ulmer Löschzüge, verstärkt durch die Söflinger und Neu-Ulmer Löschzüge, dazu die Fabrikfeuerwehr von Magirus mit fünf Autospritzen - sie alle kämpften gegen das Feuer. Fünf Millionen Liter Wasser wurden in den ersten sechs Stunden in die Flammen gespritzt. Indes: "Bei den Holzmengen, welche in den gewaltigen Dächern des Baues enthalten waren und beim Fehlen von Brandmauern war alles Bemühen vergeblich", heißt es in der Sonderbeilage des Ulmer Tagblatts, die am Tag später erschien.

Die Freiwillige Sanitätskolonne der Firma Mayser hatte alle Hände voll zu tun, die Feuerwehrleute an Ort und Stelle zu verarzten. Für Oberbaurat Heß kam jede Hilfe zu spät: Er wurde von einer einstürzenden Giebelwand erschlagen. Die Brandursache: wahrscheinlich ein Ofen- oder Kamindefekt.

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