Fest 150 Jahre Neu-Ulm: Wie die Stadt das Jubiläum feiern will

Die Innenstadt von Neu-Ulm.
Die Innenstadt von Neu-Ulm. © Foto: Könneke
Neu-Ulm / Christine Liebhardt 16.09.2017
2019 wird Neu-Ulm 150 Jahre alt. Das soll mit allen Bürgern gefeiert werden.

Was sind schon 150 Jahre? Die Frage sei erlaubt, wenn sie schon der Oberbürgermeister höchstselbst stellt. Allerdings nur, um hinterher zu schieben: „Vergleichen Sie mal, was in diesen 150 Jahren passiert ist.“ 2019 steht es an, das Neu-Ulmer Stadtjubiläum. Was noch weit weg scheint, sieht Gerold Noerenberg als „einmalige Chance, die Bürger zusammen zu bringen“. Die Kampagne zum Jubiläum hat die Stadt am Freitag im Rathaus vorgestellt.

„Wir leben Neu“ heißt ihre Leitidee. „Es ist Zeit, darüber nachzudenken, ob wir uns neu definieren müssen“, sagt Noerenberg und denkt dabei auch an eine mögliche Kreisfreiheit. „Wir haben schon immer Neuland betreten.“ 2019 wolle die Stadt deshalb die Kraft des Neuen mit Vielfalt und Wandel feiern, „aber auch Tradition und Brauchtum nicht vergessen“.

Von und für Bürger sollen die Feierlichkeiten sein. „Dass Neu-Ulm ist, was es ist, hat es der Bürgerschaft zu verdanken.“ Und zwar vom kleinen Dorf Hausen bis zur Stadt-in-der-Stadt Ludwigsfeld. Sie alle soll das Jubiläum zusammenbringen. Das spiegelt sich auch im Logo, mit dem fortan dafür geworben wird: Ein „Stadtdiamant“, der alle 14 Stadtteile vereint.

Aufbruchsgeist in Neu-Ulm

Die Idee dazu hatte die Bad Mergentheimer Agentur Fischer & Friends. Der frische Blick von außen habe dabei geholfen, sagt Geschäftsführer Stephan Trinkl. „Wir mussten nur finden, was an besonderem Potenzial hier ist und es verdichten.“ Was sie fanden, war Aufbruchsgeist: von Herrmann Köhl über Edwin Scharff bis hin zum Skatepark im Wiley.

Die Stadt trage das Neue eben nicht nur im Namen, glaubt OB Noerenberg, sondern auch in den Genen. Genau das wolle man feiern. „Wir wollten nicht nur irgendein Fest, wo man im Rathaus Reden hält“, betont er. Deshalb sollen sich die Neu-Ulmer mit Bürgerprojekten einbringen. Das Ziel: eine möglichst breite Beteiligung von Vereinen, Institutionen und Einzelnen. Damit das klappt, geht die Stadt proaktiv auf ihre Bürger zu.

Veranstaltungen bleiben noch geheim

Gefeiert wird dann 2019 vom 7. April bis zum 29. September – dem Tag, an dem König Ludwig II. im Jahr 1869 Neu-Ulm „in allergnädigstem Wohlwollen“ zur Stadt erhob. Neben den Bürgerprojekten verspricht der OB einige Überraschungen: „Wir werden auch besondere Veranstaltungen anbieten.“ Die aber erstmal noch geheim bleiben. Was man sich bis zu weiteren Neuigkeiten schon mal ansehen kann, ist die Website wir-leben-neu.de. Dort sind in Kürze nicht nur Kampagnenmotive zu sehen, sondern auch ein Videotrailer, der selbst Noerenberg „baff“ zurückließ. „Und wer mich kennt, weiß, dass es einiges bedarf, mich sprachlos zu machen.“

Termine für Bürgerbeteiligung

Infoabende: Um möglichst viele Menschen zu erreichen, lädt die Stadtverwaltung zu Infoabenden zu den Bürgerprojekten ein: am Montag, 6. November in der Gemeinschaftshalle Reutti, am Dienstag, 7. November in der Seehalle Pfuhl, und am Donnerstag, 16. November, in der Gemeinschaftshalle Ludwigsfeld. Ausgewählte Projekte werden betreut, mit bis zu 10.000 Euro gefördert und im Programm aufgeführt.

Anmeldung: Vom 11. November bis 28. Februar können Anträge eingereicht werden.