Nachhilfe-Konzept 125 Ulmer Schüler lernen in der Kaskade

Für 125 Schülerinnnen und Schüler gab es 2016 Lernhilfen und Nachhilfekurse in Ulm.
Für 125 Schülerinnnen und Schüler gab es 2016 Lernhilfen und Nachhilfekurse in Ulm. © Foto: Patrick Pleul/dpa
Ulm/Ravensburg / swp 02.07.2018
Die Lernkaskade, ein Programm zur Chancengleichheit, ist erfolgreich angelaufen. Drei Schulen nutzen das Nachhilfe-Konzept, das mit 150.000 Euro gefördert wird.

125 Schülerinnnen und Schüler an drei Ulmer Schulen haben im abgelaufenen Jahr von Lernhilfen und Nachhilfekursen profitiert. So lautet die Bilanz kurz vor den Sommerferien, die die Stiftung Ravensburger Verlag und der gemeinnützige Verein und Träger der freien Jugendhilfe Chancenwerk über das Ulmer Förderprogramm „Lernkaskade“ gezogen haben.

In dem seit Herbst 2016 laufenden Programm profitieren derzeit 125 Schüler(innen) aus drei Schulen von Lernhilfe und Nachhilfekursen. Die Aktion läuft in der Albert-Einstein-Realschule, in der Ulrich-von-Ensingen-Gemeinschaftsschule sowie in der Elly-Heuss-Realschule. Durch eine Kooperation mit dem Schubart-Gymnasium konnten überdies weitere Lerntutoren gewonnen werden.

Kein klassischer Nachhilfe-Unterricht

Bei der „Lernkaskade“ handelt sich nicht um klassischen Nachhilfeunterricht, den die Eltern finanzieren müssen, sondern um ein Lernkonzept, das den Kindern und Jugendlichen mehr Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem bieten soll als üblich. Die Stiftung Ravensburger Verlag fördert die Ulmer „Lernkaskaden“ mit 150.000 Euro.

Das Prinzip „Lernkaskade“ beruht dabei auf der Idee, dass ältere Schüler jüngere Kinder der


5. bis 7. Klassenstufen unter professioneller Begleitung unterstützen und unterrichten. Zuvor werden sie in mehreren Workshops auf die Aufgabe vorbereitet. Die älteren Schüler wiederum erhalten gezielte Nachhilfekurse in ihren eigenen Lernfächern durch (ebenfalls zuvor geschulte) studentische Betreuerinnen und Betreuer sowie Koordinatoren.

In der Kaskadenabfolge erhalten nur die Studierenden eine Entlohnung für ihre Leistung. Die Eltern der jüngeren Kinder zahlen einen geringen, noch dazu einkommensabhängigen Beitrag. Der Geldbeutel spielt daher eine geringe Rolle in diesem Projekt. Von der Förderung können ausnahmslos alle Schüler profitieren.

„Von Chancengleichheit weit entfernt“

„Trotz politischer Bemühungen ist es in den vergangenen Jahrzehnten nicht gelungen, den Bildungsverlauf junger Menschen von ihrer sozioökonomischen Herkunft zu trennen“, urteilte der Chancenwerk-Vorsitzende Murat Vural in Ulm zur Erläuterung der Bildungsaktivität des überregional tätigen Vereins. Vural weiter: „Von der angestrebten Chancengleichheit ist das deutsche Bildungssystem weit entfernt, wenn Bildungsstatus und Einkommen der Eltern über Zukunftsperspektiven von Kindern entscheiden.“ 40 bis 60 Prozent der geförderten Schüler haben einen Migrationshintergrund. 30 Prozent der Kinder kommen aus einem Arbeiterhaushalt, zwischen 13 und 30 Prozent schwankt die Zahl der nicht- erwerbstätigen Eltern. Akademiker sind mit 7 bis 12 Prozent vertreten.

Angebot seit 2016 für 125 Ulmer Schüler

In dem seit Herbst 2016 laufenden Programm profitieren 125 Schülerinnen und Schüler aus drei Schulen von Lernhilfe und Nachhilfekursen. Es handelt sich nicht um klassischen Nachhilfeunterricht, den die Eltern finanzieren müssen, sondern um ein Lernkonzept, das den Kindern und Jugendlichen mehr Chancengleichheit bietet.

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