Ulm 100 Millionen für das BWK Ulm

Das Ulmer Bundeswehrkrankenhaus (BWK) wird in den kommenden Jahren massiv weiter ausgebaut. Das kündigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) an.
Das Ulmer Bundeswehrkrankenhaus (BWK) wird in den kommenden Jahren massiv weiter ausgebaut. Das kündigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) an. © Foto: Stefan Puchner/dpa
Ulm / AXEL HABERMEHL 23.07.2015
Verteidigungsministerin von der Leyen hat am Donnerstag weitere Baumaßnahmen am Bundeswehrkrankenhaus Ulm angekündigt. Zudem soll das Personal aufgestockt werden. Mit Video und einem Kommentar von Axel Habermehl: Kluge Investition
Das Ulmer Bundeswehrkrankenhaus (BWK) wird in den kommenden Jahren massiv weiter ausgebaut. Das kündigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Donnerstag bei einem Besuch vor Ort an. Insgesamt würden in den kommenden zehn Jahren mehr als 100 Millionen Euro ins BWK investiert werden, sagte von der Leyen. Allerdings seien davon bereits rund 80 Millionen verbaut, wie der Chefarzt des BWK, Generalarzt Armin Kalinowski, sagte. Der Ausbau sei langfristig geplant und dringend notwendig, um den „hohen Standard“ des BWK halten zu können. Kalinowski wertete die Investitionen als „Signal für den Standort“.
 
Das Geld fließt zum einen in Gebäude und Infrastrukturprojekte. Unter anderem werde ein eigener Hubschrauberlandeplatz angelegt. Ein Neubau für eine Rettungswache, der Umbau der Operations-Trakte sowie eine Kindertagesstätte sind bereits im Gange und zum Teil weit fortgeschritten. Die Kita etwa soll schon im September öffnen und 50 Betreuungsplätze bieten. Außerdem werde eine neue Krankenpflegeschule eingerichtet. Sie soll im Oktober den Lehrbetrieb aufnehmen und zu Beginn 15 Ausbildungsplätze stellen, schrittweise sollen dann weitere 10 Ausbildungsplätze dazukommen. Dies sei „absolut notwendig“, sagte von der Leyen, es gebe einen „enorm hohen Bedarf“, das Personal sei „eine der drängendsten Thematiken". Auch das ärztliche Personal werde aufgestockt, um den hoch belasteten Ärzten genügend Erholungsphasen bieten zu können. Oberfeldarzt Björn Hossfeld bestätigte den drängenden Bedarf: „Wir brauchen mehr Personal, vor allem Pflegepersonal“, sagte er.
 
Die Ministerin war am Dienstag anlässlich zweier Termine in Ulm. Nach dem Besuch des BWK, wo sich die 56-Jährige, selbst promovierte Medizinerin, über das Leistungsspektrum des Krankenhauses und diverse Kooperationsprojekte – unter anderem mit der Ulmer Uniklinik – informierte, trat von der Leyen am Abend in der Messehalle bei einem so genannten „Bürgerdialog“ auf.

Ein Kommentar von Axel Habermehl: Kluge Investition

Attraktiver soll der Dienst bei der Bundeswehr werden. Das verspricht Ursula von der Leyen seit ihrem Antritt als Verteidigungsministerin nahezu gebetsmühlenartig. Diese Forderung klingt zwar wie eine Floskel, doch sie trifft zu: In einem Land, in dem erfreulicherweise niemand mehr in eine Uniform gezwungen wird, konkurriert das Militär mit anderen Arbeitgebern.

Wenn dieses Land also auch weiter qualifizierte Leute finden will, denen man eine Schusswaffe, das Steuer eines millionenschweren Kampfflugzeuges oder auch ein Skalpell in die Hand drücken kann, muss es diesen Leuten auch etwas anbieten. Akzeptable Arbeitszeiten etwa oder die Möglichkeit, Familie und Dienst vernünftig zu vereinbaren.

Doch all das will erstmal bezahlt werden. Man muss kein Hellseher sein, um zu prophezeihen, dass die Personaldecke wachsen wird, wenn 2016 die 41-Stunden-Woche im Grundbetriebs-Dienstplan der Armee Einzug hält. Deshalb ist es folgerichtig, eine Kita ans Bundeswehrkrankenhaus zu bauen oder sich in einer Pflegeschule Personal heranzuziehen.

Abgesehen davon ist es ohnehin klug, Verteidigungsgeld in Mediziner zu investieren. Bundeswehrsanitäter und -ärzte können für das Bild Deutschlands weltweit mehr tun als schwerbewaffnete Spezialkräfte. Insofern ist der Ausbau des Bundeswehrkrankenhauses zu begrüßen. Und als Ulmer Zivilist, der sich dort behandeln lassen kann, hat man auch etwas davon.